Ken Norton ist tot | Sport-News | DW | 19.09.2013
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Sport-News

Ken Norton ist tot

Der frühere Boxweltmeister im Schwergewicht, Ken Norton, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Berühmt machten ihn vor allem seine drei Kämpfe gegen Box-Idol Muhammad Ali.

Ken Norton (l.) bei seinem zweiten Kampf gegen Muhammad Ali im September 1973. Foto: AP

Ken Norton (l.) bei seinem zweiten Kampf gegen Muhammad Ali im September 1973

Eigentlich sollte er im März 1973 in San Diego nur ein Aufbaugegner für Muhammad Ali auf dessen Weg zum zweiten Weltmeistertitel sein. Doch schon in der ersten Runde zertrümmerte Ken Norton dem Boxidol den Unterkiefer. Ali stand den Kampf bis zum Ende durch, verlor aber mit 1:2 Richterstimmen nach Punkten. Auch die anderen beiden Duelle Nortons mit dem "größten Boxer aller Zeiten" im September 1973 und im September 1976 endeten knapp, diesmal allerdings zugunsten von Muhammad Ali.

Weltmeister ohne Titelkampf

Ken Norton wurde am 9. August 1943 in Jacksonville im US-Bundesstaatat Illinois geboren. Nachdem er zunächst als hoffnungsvoller Footballspieler und Leichtathlet gegolten hatte, begann er während seiner Zeit als Marinesoldat zu boxen. Experten sahen ihn bald als eines der größten Talente des US-Boxsports. Seinen ersten WM-Kampf verlor Norton im März 1974 gegen George Foreman durch K.o. in der zweiten Runde. Auch seine zweite WM-Chance, 1976 gegen Ali, konnte Norton nicht nutzen. Den WM-Gürtel erhielt er im März 1978 schließlich doch noch. Der damalige Weltmeister Leon Spinks trat nicht zum Titelkampf gegen Herausforderer Norton an, weil er lieber gegen Ali boxen wollte. Norton wurde am Grünen Tisch zum Weltmeister erklärt, ohne einen Titelkampf gewonnen zu haben, ein bis heute einmaliger Vorgang im Boxsport. Ungewöhnlich war auch, dass Norton seinen Titel gleich im ersten Kampf wieder verlor. Die Niederlage gegen Larry Holmes in einem hochklassigen Duell war jedoch äußerst umstritten.

Schlaganfall im vergangenen Jahr

1981 beendete Norton nach 42 Siegen (33 davon durch K.o.) in 50 Profikämpfen seine Laufbahn, wurde ein erfolgreicher Unternehmer und Sportkommentator in Radio und Fernsehen. Als Folge eines schweren Autounfalls 1986 konnte Norton nur noch sehr schlecht sprechen. Seit einem Schlaganfall im vergangenen Jahr lebte er in einem Pflegeheim im US-Bundesstaat Arizona. Dort starb Ken Norton jetzt an Herzversagen.

sn/jw (sid, dpa, Munzinger)