Keine Kapitulation um Waffenruhe in Syrien | Aktuell Nahost | DW | 07.09.2018
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Gemeinsame Erklärung im Sicherheitsrat

Keine Kapitulation um Waffenruhe in Syrien

Die Europäer wollen sich mit der Lage im syrischen Kampfgebiet nicht abfinden. Sie nutzen das Forum der Vereinten Nationen, um Druck auf die Konfliktparteien auszuüben. Derweil schlägt das Kinderhilfswerk UNICEF Alarm.

Syrien, Idlib: Kinder laufen in einem provisorischen Unterschlupf in einer unterirdischen Höhle
(Reuters/K. Ashawi)

Kinder in einem provisorischen Unterschlupf in Idlib

Die EU-Staaten im UN-Sicherheitsrat haben Russland und den Iran dazu aufgerufen, bei ihren Syrien-Gesprächen an diesem Freitag die bisher vereinbarte Waffenruhe aufrechtzuerhalten. Eine militärische Eskalation im Nordwesten des Bürgerkriegslandes könne "katastrophale humanitäre Folgen für die Zivilbevölkerung" haben, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung Großbritanniens, Frankreichs, Schwedens, Polens und der Niederlande. Auch Deutschland, Belgien und Italien, die kürzlich im Rat saßen oder bald sitzen werden, unterzeichneten die Erklärung.

Die geplante Offensive der syrischen Regierung gegen die Rebellenhochburg Idlib würde drei Millionen Menschen bedrohen, darunter eine Million Kinder, heißt es in der Erklärung weiter. Der ohnehin gefährliche Konflikt in Syrien würde damit weiter eskalieren. Die Regierung in Damaskus und alle beteiligten Konfliktparteien müssten Zurückhaltung üben und Menschenleben schützen. Zudem solle humanitären Helfern Zugang zu betroffenen Gebieten gewährt werden.

Treffen in Teheran

Die Vertreter der acht EU-Staaten wollten parallel zum Treffen zum Thema Syrien in Teheran eine Begegnung mit Vertretern der syrischen Opposition in New York abhalten. Dabei solle ihnen eine "Plattform und eine Stimme innerhalb der UN" gegeben werden, um zu erklären, wie vielleicht eine humanitäre Katastrophe in Idlib verhindert werden kann. Bei der Unterredung in Teheran kommen die Staatschefs Russlands, der Türkei und des Irans zusammen. Die Türkei ist die Schutzmacht der Rebellen. Russland und der Iran sind Alliierte der syrischen Regierung.

Appell von UNICEF

Unterdessen hat UNICEF dringend zu Spenden für syrische Kinder aufgefordert. Wegen zu geringer internationaler Unterstützung müssten Bildungsprogramme in Jordanien gekürzt werden, teilte das UN-Kinderhilfswerk mit Blick auf den Weltalphabetisierungstag am 8. September mit. Dies treffe rund 60.000 Mädchen und Jungen. Derzeit erhalten laut Unicef nur noch 10.000 statt vorher 55.000 Kinder aus bedürftigen syrischen Familien in Jordanien eine monatliche Unterstützung, um ihre Kosten etwa für Lernmaterial oder die Fahrt zur Schule zu decken.

ml/haz (dpa, rtr)

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