Keine Ausnahme für Frankreichs Fußballer bei Reichensteuer | Aktuell Europa | DW | 01.11.2013
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Aktuell Europa

Keine Ausnahme für Frankreichs Fußballer bei Reichensteuer

Auch nach einem Gespräch mit den Clubchefs großer französischer Fußballvereine bleibt Präsident Hollande hart und hält an der Reichensteuer auch für die Kicker fest. Nun wollen die Profis streiken.

Im Konflikt um die Reichensteuer haben sich die Regierung und der Profi-Fußball in Frankreich nach einem gescheiterten Schlichtungstreffen in eine Sackgasse manövriert. Präsident François Hollande empfing zwar am Donnerstag im Pariser Élysée-Palast Vereins- und Verbandsvertreter und hörte sich auch deren Klagen an. Der sozialistische Staatschef weigerte sich aber, den Fußball von der geplanten 75-prozentigen Abgabe auf Gehälter von mehr als einer Million Euro pro Jahr, die alle Firmen des Landes ab 2014 zwei Jahre lang zahlen sollen, zu verschonen. Angesichts des Haushaltslochs gebe es keine Ausnahmen, betonte Hollande. Abgeführt werden soll die Steuer direkt von den Unternehmen, die solche Gehälter zahlen, also auch von Fußballvereinen.

Präsident Hollande (Foto: AFP/Getty Images)

Hollande ist zu keinen Zugeständnissen bereit

Vor Hollande hatten bereits Premierminister Jean-Marc Ayrault und Haushaltsminister Bernard Cazeneuve klar gemacht, dass es für den Profi-Fußball keine Ausnahmen geben wird. In einer Regierungsmitteilung heißt es, die Notwendigkeit der Sanierung des Staatshaushalts rechtfertige es "völlig", dass man den Unternehmen, die solch hohe Gehälter zahlen wollten, Opfer abverlange.

Ende November wird gestreikt

Auch die Gegenseite blieb hart. Den für Ende November angekündigten Streik werde man nun auch durchziehen, teilte der Chef der Vereinigung der Proficlubs (UCPF), Jean-Pierre Louvel, mit. Alle zwischen dem 29. November und dem 2. Dezember angesetzten Spiele in der ersten und zweiten Liga sollen ausfallen. Die ungewöhnliche Protestaktion wird von den Vereinen nicht Streik, sondern "weißer Spieltag" genannt.

Vereine jammern

Die UCFP hatte gehofft, dass Hollande Zugeständnisse machen und im Falle des Fußballs der Steuerhöchstsatz nicht rückwirkend für bereits geschlossene Verträge gilt. Allein beim Tabellenführer Paris Saint-Germain etwa verdienen mehr als zehn Spieler über eine Million Euro pro Jahr. Topverdiender ist der Schwede Zlatan Ibrahimovic, dem Paris Saint-Germain 15 Millionen Euro pro Jahr zahlt. Nach Schätzungen des französischen Profifußballs kommen auf die Clubs in der Nationalliga Mehrkosten in Höhe von jährlich rund 44 Millionen Euro zu, falls die Pariser Regierung an ihren Plänen festhält. Diese Schätzung basiert auf den Einnahmen von rund 120 Kickern in 14 Vereinen.

qu/wl (dpa, sid)