Kein Geld für die Taliban | Podcast Wirtschaft | DW | 19.08.2021
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Podcast Wirtschaft

Kein Geld für die Taliban

Konten und Entwicklungshilfe eingefroren +++ Notenbank-Protokoll erschreckt Anleger +++  Neues von Tech-Konzernen in China und den USA

Audio anhören 13:54

Nach der raschen Machtübernahme der Taliban beginnen in den westlichen Ländern nun die Schuldzuweisungen. Hätte man die Entwicklung vorhersehen müssen? Und was soll man jetzt tun? Wir hatten in diesem Podcast bereits darüber berichtet, dass China gegenüber der neuen Führung einen sehr pragmatischen Kurs verfolgt und auf freundliche Beziehungen setzt, ähnlich macht es Russland. Langsam setzt sich auch in der EU die Erkenntnis durch, dass man mit den Taliban verhandeln sollte.

Deutschland stoppt Entwicklungshilfe

Wie es in Afghanistan weiter geht, ist derzeit noch offen, vor allem die Sicherheitslage ist unklar. Die Bundesregierung hat deshalb sämtliche Projekte der deutschen Entwicklungshilfe in dem Land vorläufig auf Eis gelegt. Auch die Aktivitäten der Nichtregierungsorganisationen pausieren.

USA frieren Konten ein

Auch von anderer Seite erhöht sich der finanzielle Druck auf die Taliban. Der Internationale Währungsfonds IWF erklärte gestern, die afghanischen Währungsreserven beim IWF in Höhe von einer halben Milliarden US-Dollar eingefroren zu haben. Die Entscheidung soll laut Medienberichten auf Druck der USA getroffen worden sein, die der größte Anteilseigner beim IWF sind. Das in den USA lagernde Vermögen Afghanistans soll die US-Regierung ebenfalls eingefroren haben, um es dem Zugriff der Taliban zu entziehen.

Fed verschreckt Aktienanleger

Wenn die Zinsen niedrig sind, fließt mehr Geld in Aktien. Steigen die Zinsen, schichten Anleger einen Teil in Anleihen um. Bisher gingen Experten davon aus, dass die Zinsen in den USA noch lange niedrig bleiben und die Party an den Börsen noch eine Weile weitergehen kann. Doch das am Mittwochabend veröffentlichte Protokoll der letzten Sitzung der US-Notenbank Fed zeigt, dass eine Zinswende schneller kommen könnte als gedacht.

Peking steigt bei Bytedance ein

Wir haben hier bereits mehrfach berichtet, wie die chinesische Zentralregierung in Peking die Tech-Konzerne des Landes an die kurze Leine nimmt. Beispiele sind der abgesagte Börsengang der Finanzsparte von Alibaba oder das Verbot der App des Fahrdienstleisters Didi. In der Folge haben chinesische Tech-Konzerne massiv an Börsenwert verloren. Bei Bytedance, dem Mutterkonzern der Social-Media-App Tiktok, steigt der Staat nun günstig ein und vergrößert so seinen Einfluss.

Facebook macht Druck

In den USA kann sich der Tech-Konzern Facebook bisher nicht über zu viel Regulierung durch den Staat beklagen. Doch wenn es um die hauseigene Kryptowährung geht, fühlt sich das Unternehmen vom Staat benachteiligt. Vor zwei Jahren war die Kryptowährung groß angekündigt worden als weitweite Alternative zu Bitcoin, erst unter dem Namen Libra, inzwischen Diem. Doch der große Durchbruch lässt noch auf sich warten - was aus Sicht von Facebook an der fehlenden Zulassung der US-Behörden liegt.

 

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Redakteur am Mikrofon: Andreas Becker
Technik: Felix Heinzelmann