Kein Durchbruch für Pompeo in Doha | Aktuell Welt | DW | 21.11.2020
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Afghanistan-Diplomatie

Kein Durchbruch für Pompeo in Doha

US-Außenminister Pompeo hat in Doha Vertreter der afghanischen Regierung und der radikalislamischen Taliban getroffen. Es müsse schnell einen stabilen Waffenstillstand geben, forderte der scheidende US-Chefdiplomat.

Katar I Mike Pompeo zu Besuch in Doha

Der scheidende US-Außenminister Pompeo bei seinem Besuch in Doha, der Hauptstadt des Emirats Katar

Pompeo traf die Delegationen der Taliban und der afghanischen Regierung getrennt voneinander in einem Luxushotel in der Hauptstadt von Katar. US-Präsident Donald Trump will den Militäreinsatz der USA in Afghanistan schnellstmöglich beenden. Trumps neuer Verteidigungsminister Christopher Miller hatte am Dienstag ohne Absprache mit den NATO-Partnern den Abzug von rund 2000 der derzeit rund 4500 US-Soldaten in Afghanistan bis zum 15. Januar angekündigt.

Wieder liegt Kabul unter Beschuss

Überschattet wurden die Gespräche von Raketenangriffen auf Afghanistans Hauptstadt Kabul, die die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) für sich reklamierte. Bei den Angriffen wurden mindestens acht Menschen getötet und 31 weitere verletzt. Neben der stark gesicherten Grünen Zone wurden auch mehrere dicht besiedelte Wohngebiete im Zentrum und im Norden der Stadt getroffen. Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums hatte zunächst die Taliban für den Angriff verantwortlich gemacht, diese wiesen jedoch jegliche Verantwortung zurück.

Katar Doha | Mike Pompeu, US-Außenminister & Abdul Ghani Baradar, Taliban

In einem Luxushotel in Katar beriet Pompeo mit den Taliban-Vertretern

Die US-Regierung hatte im Februar ein Abkommen mit den afghanischen Taliban geschlossen. Die USA sagten einen vollständigen Truppenabzug bis Mitte 2021 zu, im Gegenzug gaben die Taliban Sicherheitsgarantien ab. Sie verpflichteten sich, NATO-Soldaten nicht mehr anzugreifen. Die Attacken der Taliban auf die afghanischen Sicherheitskräfte haben in jüngster Zeit aber deutlich zugenommen. Kritiker warnen, ein übereilter Abzug der US-Soldaten stärke die Taliban in Afghanistan und außerdem den IS.

Zum Schluss noch nach Saudi-Arabien

Pompeo traf auch den Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani, sowie dessen Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani. Der scheidende US-Chefdiplomat ist derzeit auf einer Reise durch Europa und den Nahen Osten. Letzte Station ist Saudi-Arabien.

Trumps Amtszeit endet bald, am 20. Januar soll der demokratische Ex-Vizepräsident Joe Biden als neuer US-Präsident vereidigt werden. Trump erkennt seine Niederlage bei der US-Präsidentschaftswahl am 3. November allerdings immer noch nicht an.

haz/ack (afp, dpa, rtr)

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