Katalanen-Führer Carles Puigdemont wieder in Brüsseler Exil | Aktuell Europa | DW | 28.07.2018
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Kampf um Unabhängigkeit

Katalanen-Führer Carles Puigdemont wieder in Brüsseler Exil

Der katalanische Ex-Regionalpräsident traf nach viermonatigem Zwangsaufenthalt in Deutschland in der belgischen Hauptstadt ein. Dort präsentierte er sich mit hochrangigen Separatisten - und gab sich kämpferisch.

Gemeinsam mit seinem Nachfolger im Amt des katalanischen Regionalpräsidenten, Quim Torra (Artikelbild rechts), stellte Carles Puigdemont sich in Brüssel der Öffentlichkeit. Er werde weiter für die Unabhängigkeit Kataloniens kämpfen und dafür "in die letzte Ecke unseres Kontinents" reisen, erklärte er vor Journalisten.

Mit großen Worten beschrieb der 55-Jährige seine Mission: "Meine Reise wird nicht enden, bis alle politischen Gefangenen frei sind, diejenigen aus dem Exil zurückkehren können und die Katalanen ihr Recht zur Selbstbestimmung ausüben können."

Vier Monate in Deutschland

Am Morgen hatte Puigdemont Deutschland verlassen. Hier war er Ende März auf der Rückreise von einem Auftritt in Skandinavien zu seinem Brüsseler Exil aufgrund eines von Spanien erwirkten europäischen Haftbefehls festgenommen worden. Kurzzeitig saß er in einem Gefängnis im schleswig-holsteinischen Neumünster ein, wurde aber später unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt.

Die juristische Hängepartie um Puigdemont fand erst vor wenigen Tagen ein Ende, als das Oberste Gericht in Madrid den europäischen Haftbefehl wieder aufhob, sodass der Katalane sich außerhalb Spaniens nun wieder frei in Europa bewegen kann. In Spanien droht ihm jedoch nach wie vor eine Gefängnisstrafe.

Strippen ziehen von Brüssel aus

Puigdemont war im vergangenen Jahr nach dem verbotenen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien von der Madrider Zentralregierung als Präsident der autonomen Region abgesetzt worden. Um dem Zugriff der spanischen Justiz zu entgehen, setzte er sich nach Brüssel ab.

Belgien Spanien Katalonien (picture-alliance/AP Photo/O. Matthys)

Carles Puigdemont (2.v.l.) mit seinem Nachfolger Quim Torra (r.) und Mitgliedern der katalanischen Regierung

Hier wolle er seine "Arbeit im Rahmen des katalanischen Exil-Rates fortsetzen", hatte Puigdemont in dieser Woche erklärt. Die spanische Zentralregierung rief er erneut zu Gesprächen über eine politische Lösung des Katalonien-Konflikts auf.

mak/nob (dpa, afp)

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