Karl der Große und die Sachsen | Alle multimedialen Inhalte der Deutschen Welle | DW | 13.05.2018
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Karl der Große und die Sachsen

Karl der Große zählt zu den mächtigsten Regenten der Weltgeschichte und gilt als Vater Europas. Er schuf die Basis, die den Kontinent prägte. Im Jahre 800 wurde er als erster westeuropäischer Herrscher in Rom zum Kaiser gekrönt. Wer war er wirklich?

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Der Umriss des Frankenreichs erinnert an die Ausdehnung der europäischen "Sechsergemeinschaft", bestehend aus den Mitgliedsstaaten Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden, 1200 Jahre später. Der Frankenherrscher (vermutlich 748-814) schuf nicht nur ein Imperium, er gab ihm auch eine Ordnung, setzte Ankerpunkte für eine gemeinsame religiöse und kulturelle Identität. Er wollte nicht nur Herrscher der Franken sein, sondern der gesamten römischen Christenheit. Wo er regierte, sollte auch ein Glaube die Teile seines europäischen Reiches miteinander verbinden. Am Weihnachtstag im Jahr 800 wurde er als erster westeuropäischer Herrscher in Rom zum Kaiser gekrönt. Die römische Kaiserwürde und Reichsidee gingen damit auf das fränkische Herrscherhaus über. Daran konnten später die ostfränkischen und dann die deutschen Könige anknüpfen. Die Grundlage für ein späteres Reich der Deutschen schuf Karl auch durch seine Eroberungen in der Mitte Europas. Dreißig Jahre lang hatte er Krieg gegen die Sachsen geführt, bis er sie schließlich blutig unterwarf und zwang, Christen zu werden. Mit ihrer Eingliederung verschob sich der Schwerpunkt des Frankenreichs nach Osten. Nachdem sich das Imperium Karls ein Jahrhundert später endgültig in ein West- und in ein Ost-Reich geteilt hatte, waren es ausgerechnet die Nachfahren der einst heidnischen Sachsen, die Macht, Willen und Einfluss genug besaßen, um in die Fußstapfen des großen Karolingers zu treten. So erwarb Otto der Große als von den deutschen Stämmen gewählter "ostfränkischer" König die Kaiserkrone und legte damit den Grundstock zur Entwicklung der römisch-deutschen Tradition.