Kanzlerin nimmt Özil und Gündogan in Schutz | Aktuell Deutschland | DW | 11.06.2018
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Nationalmannschaft

Kanzlerin nimmt Özil und Gündogan in Schutz

Kurz vor Beginn der Fußball-WM wirkt die "Erdogan-Affäre" um die deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mesut Özil noch immer nach. Nun richtet sogar Bundeskanzlerin Merkel einen Appell an die Fans der DFB-Elf.

Mesut Özil und Ilkay Gündogan auf der Ersatzbank (Reuters/T. Schmuelgen)

Hier auf der Ersatzbank: Mesut Özil (l.) und Ilkay Gündogan

"Ich glaube, die beiden Spieler haben nicht bedacht, was das Foto auslöst mit dem Präsidenten Erdogan", sagte Angela Merkel in der ARD-Sendung "Anne Will". Sie sei überzeugt, die beiden "wollten alles, nur nicht deutsche Fans in irgendeiner Weise enttäuschen", meinte die Kanzlerin.

Özil und Gündogan hatten Mitte Mai in London den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan getroffen. Beide hielten dabei Trikots ihrer englischen Vereine hoch, auf Gündogans Trikot stand zudem auf Türkisch: "Mit großem Respekt für meinen Präsidenten."

Ilkay Gündogan mit Recep Tayyip Erdogan (picture-alliance/dpa/Uncredited/Presdential Press Service)

Gündogan mit Erdogan: Wahlkampfhilfe für den Präsidenten?

Das Treffen der türkischstämmigen Fußballer mit Erdogan, der wegen seines repressiven Vorgehens gegen die Opposition und der Einschränkung der Menschenrechte international in der Kritik steht, löste in Deutschland eine Welle der Empörung aus. Beim Testländerspiel am 2. Juni in Österreich wurden beide Spieler ausgepfiffen. Gündogan musste einen ähnlichen Spießroutenlauf auch am 8. Juni in Leverkusen gegen Saudi-Arabien über sich ergehen lassen, Özil verpasste dieses Spiel angeschlagen.

"Sehr berührend"

Merkel äußerte die Hoffnung, dass das Thema angesichts der bevorstehenden Weltmeisterschaft (14. Juni bis 15. Juli) in Russland bald zur Ruhe kommt. Zugleich rief sie die Fußball-Anhänger zur Unterstützung von Gündogan und Özil auf. Beide seien Teil der Nationalmannschaft, "und deshalb würde ich mich freuen, wenn mancher Fan auch klatschen könnte". Gündogans Aussage, er spiele weiterhin gerne für sein Geburtsland Deutschland, habe sie als "sehr berührend" empfunden, so die Kanzlerin.

Trotz der aktuellen politischen Spannungen mit Russland schloss Merkel nicht aus, ein Spiel der deutschen Mannschaft bei der WM zu besuchen. Das hänge allerdings von ihren sonstigen Verpflichtungen ab.

wa/sam (sid, afp, dpa)

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