Kanada kündigt Einwegplastik-Verbot an | Aktuell Welt | DW | 10.06.2019
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Umweltschutz

Kanada kündigt Einwegplastik-Verbot an

Umweltschützer warnen vor immer mehr Plastikmüll in den Weltmeeren. Als Land mit der weltweit längsten Küstenlinie will nun auch Kanada gegensteuern. Premier Trudeau liefert eine sehr persönliche Begründung gleich mit.

Die Umweltverschmutzung durch Plastikmüll sei eine weltumspannende "Plage", erklärte der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau. Deshalb werde sein Land im Jahr 2021 ein Verbot für Einwegplastik erlassen, kündigte er an.

Nach Angaben des Regierungschefs soll mit wissenschaftlicher Unterstützung rechtzeitig eine genaue Liste der zu verbietenden Produkte erstellt werden. Darunter seien voraussichtlich Trinkhalme aus Kunststoff, Plastiktüten, Plastikgeschirr und -besteck.

In Erklärungsnot

Jedes Jahr würden eine Million Vögel und mehr als 100.000 Meeressäuger durch Plastik geschädigt oder gingen gar daran zu Grunde, sagte Trudeau. "Um ehrlich zu sein, habe ich als Vater Probleme, das meinen Kindern zu erklären." Auch falle es ihm schwer zu erklären, wie Plastik in die tiefsten Gräben des Pazifischen Ozeans gelangen könne und wie Wale an Küsten angespült werden könnten, deren Mägen mit Plastikmüll verstopft seien.

Norwegen gestrandeter Wal mit Plastikmüll im Magen (picture-alliance/AP Photo/University of Bergen)

Erschreckend: Plastikmüll aus dem Magen eines gestrandeten Wals

38 kg pro Kopf!

Auch in der Europäischen Union werden ab 2021 bestimmte Produkte aus Einwegplastik - etwa Trinkhalme, Geschirr oder Wattestäbchen - vom Markt genommen. Mit zu den größten Verursachern von Plastikmüll in Europa zählen die Deutschen. Bei jedem Bundesbürger waren es im Jahr 2016 durchschnittlich rund 38 Kilogramm, wie aus dem vergangene Woche veröffentlichten "Plastikatlas" hervorgeht. Der EU-Schnitt belief sich auf lediglich 24 Kilo. 

Während seiner EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr will sich Deutschland dafür einsetzen, den Müll-Export in Entwicklungsländer zu stoppen. Niemand könne den Menschen in Afrika und Asien erklären, warum sich bei ihnen der europäische Wohlstandsmüll türme, so Entwicklungsminister Gerd Müller kürzlich.

wa/gri (afp, epd, dpa)

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