Kampf gegen auslaufendes Öl vor Korsika | Aktuell Europa | DW | 09.10.2018
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Schiffsunglück

Kampf gegen auslaufendes Öl vor Korsika

Vor der Küste der Mittelmeerinsel treibt nach der Kollision zweier Schiffe ein 20 Kilometer langer Ölteppich. Helfer bemühen sich darum, ihn einzugrenzen und abzupumpen. Doch die Arbeit gestaltet sich nicht so einfach.

Auslaufender Treibstoff verseucht nach dem Zusammenstoß zweier Frachtschiffe bei Korsika das Mittelmeer. Frankreichs Umweltminister François de Rugy überflog die Unglücksregion und teilte anschließend in der korsischen Hafenstadt Bastia mit, man könne nicht abschätzen, wie viel Treibstoff bislang ins Meer geflossen sei. Die italienische Küstenwache sprach von 600 Kubikmeter Öl.

Italien schickte ein Flugzeug und Schiffe, um französische Experten bei der Säuberungsaktion zu unterstützen. Das Öl soll mit schwimmenden Barrieren eingegrenzt und dann abgepumpt werden. Dies wird voraussichtlich einige Tage dauern und könnte sich schwieriger gestalten als zunächst gedacht. Meteorologen prognostizierten Winde und Strömungen, die den 20 Kilometer langen Ölteppich Richtung Korsika treiben.

Frachterkollision vor Korsika (picture-alliance/AP Photo/Marine Nationale/Benoit Emile)

20 Kilometer lang und 300 bis 400 Meter breit ist der Ölteppich - im Hintergrund die kollidierten Schiffe

Ein tunesischer Frachter hatte am Sonntag bei klarer Sicht rund 28 Kilometer nördlich von Korsika entfernt ein zyprisches Containerschiff mittschiffs gerammt. Das Containerschiff, das vor Anker lag, wurde dabei auf der rechten Seite so beschädigt, dass Treibstoff auslief. Der Frachter war auf dem Weg von Genua nach Tunis.

Karte Korsika Haverie DE

"Am Ruder nicht aufgepasst"

Frankreichs Umweltminister sprach von einem "total anormalen Verhalten" der Besatzung des tunesischen Schiffes. Es sei noch zu früh, um zu sagen, was genau geschehen sei. Sicher sei nur, dass man "am Ruder nicht aufgepasst" habe. Polizisten seien mit Hubschraubern zu den Schiffen gebracht worden, um an Bord zu ermitteln.

Der Minister begrüßte die gute Zusammenarbeit mit den Behörden von Italien, Zypern und Tunesien. Er wies zugleich drauf hin, dass es sehr schwierig sei, die verkeilten Schiffe voneinander zu trennen. Auch dies werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

se/AR (afp, dpa)