Köln und Schalke erleben Ende mit Schrecken | Fußball | DW | 22.04.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Köln und Schalke erleben Ende mit Schrecken

Das Remis zwischen Köln und Schalke bereitet vor allem schlechte Laune. Der FC ist so gut wie abgestiegen. Die Königsblauen lassen fahrlässig die Chance liegen, sich vorzeitig für die Champions League zu qualifizieren.

Schalke-Profi Benjamin Stambouli schüttelte unentwegt den Kopf, sein Trainer Domenico Tedesco stand mit verschränkten Armen auf dem Rasen des Kölner Stadions und starrte vor sich hin. Und auch die meisten Spieler des 1. FC Köln verstanden die Welt nicht mehr und hatten Tränen in den Augen. Auch wenn die Auswirkungen dieses Ergebnisses völlig unterschiedliche Folgen für alle Beteiligten hatte: Dieses kurios zustande gekommene 2:2 zwischen dem 1.FC Köln und dem FC Schalke 04 ließ ausschließlich Verlierer zurück. 

Der sechste Abstieg der Rheinländer ist nach diesem Ergebnis wohl nur noch theoretisch abzuwenden. Bei acht Punkten Rückstand bei noch drei verbleibenden Partien dürfte nicht einmal mehr der größte Optimist auf Seiten der Kölner an den Ligaverbleib glauben. "Wenn man nicht mit dem erhofften Ergebnis das Spiel beendet, dann wird der Gang zu den Fans immer schwerer. Das ist sehr emotional, dann realisiert man das, was kommt, immer mehr", sagte FC-Spieler Marcel Risse, als er sich nach dem Schlusspfiff den freundlichen Applaus der FC-Anhänger abgeholt hatte.

Immerhin hatte der Mittelfeldspieler mit einem Freistoß sieben Minuten vor dem Ende das Remis perfekt gemacht. Leonardo Bittencourt erzielte nach 23 Minuten den zwischenzeitlichen und ebenfalls völlig überraschenden Anschlusstreffer gegen bis dahin hoch überlegene Schalker.

Konoplyanka im Fokus

Und die Königsblauen? Die haben leichtfertig die große Chance vergeben, ihren Vorsprung auf den Tabellenfünften auf neun Punkte auszubauen und damit die direkte Champions-League-Qualifikation so gut wie perfekt zu machen. Und so reagierte Domenico Tedesco auch harsch auf die Leistung seines Teams. "Die Spielweise im ersten Durchgang war zwar gut. aber ich glaube arroganter kann man nicht spielen. Fahrlässigkeit oder Arroganz, das kann man nennen w ie man will. Beim Torabschluss ging es nicht darum, ein Tor zu machen", sagte Tedesco.  "Das habe ich auch der Mannschaft gesagt."

Tedesco musste nicht aussprechen, wen er mit seiner Unzufriedenheit in erster Linie meinte. Yevhen Konoplyanka  hatte einen Treffer von Breel Embolo perfekt vorbereitet, ein Tor selbst erzielt und eigentlich eine ganz starke Leistung gezeigt. Und doch hätte er im Alleingang die Kölner bereits zur Pause zu Statisten degradieren können. Bei seinem Pfostenschuss hatte er noch Pech, bei seinem Kopfball scheiterte er an FC-Torhüter Timo Horn.

Doch die Szene, an der sich die königsblauen Gemüter so erhitzten spielte sich kurz vor dem Halbzeitpfiff ab. Nach einem abgewehrten Kölner Eckball rannte der Ukrainer alleine auf Horn zu. Und anstatt ihn zu umdribbeln, versuchte er einen Lupfer, den der Torhüter abfing. "Da hat die Galligkeit gefehlt", sagte Tedesco.

FC-Sportdirektor Veh schweigt

Dieses Torabschluss-Manko war allerdings nicht allein Konoplyanka anzuhängen. Franco Di Santo scheiterte ebenso mit seinen Versuchen wie Guido Burgstaller, Weston McKennie oder Thilo Kehrer in der zweiten Hälfte. Es hätte ein Schützenfest der Schalker werden können, am Ende war es aber eher ein Rohrkrepierer.   

Kölns Dominique Heintz (l.) und Trainer Stefan Ruthenbeck (r.) stehen nach dem Spiel gegen Schalke auf dem Platz (Foto: picture-alliance/dpa/F. Gambarini)

Ohne Worte: Heintz (l.) mit FC-Trainer Ruthenbeck

Während die Schalker tief enttäuscht und wutentbrannt die kurze Heimreise antraten, hatten die Kölner zumindest das gute Gefühl, dass ihre Mannschaft zwar nicht mehr zu retten ist, aber wenigstens noch der Kampfeswille übrig geblieben ist. FC-Trainer Stefan Ruthenbeck hatte eine Mannschaft gesehen, die "beißt und kämpft und macht und tut" und versuchte, ein paar positive Dinge herauszustellen. Kölns Sportdirektor Armin Veh war demgegenüber nicht bereit sich zu äußern. "Kein Kommentar", war sein einziger verbaler Einwurf zu dieser Begegnung. Es war für alle Beteiligten, hüben wie drüben, kein schöner Sonntagabend in Köln - und ein Ende mit Schrecken.

Die Redaktion empfiehlt