Juventus Turin: Erfolg um jeden Preis? | Sport | DW | 18.07.2019
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Hohe Investitionen für Europas Thron

Juventus Turin: Erfolg um jeden Preis?

Juventus Turin investiert seit einiger Zeit sehr viel Geld, um international wieder mehr Bedeutung zu bekommen. Auch Matthijs de Ligt ist ein teurer Juve-Neuzugang, der die Träume der Besitzer-Familie erfüllen soll.

Die Welt ist wieder in Ordnung. Gigi Buffon ist zurück. Der 41-Jährige ist wieder im Piemont, bei der "Alten Dame". Dort wo der Torhüter zuvor 17 Jahre auf der Linie stand. Das eine Jahr in Paris, bei den Neureichen von PSG - schnell abgehakt.

Lieber bei der alten Familie im altbekannten Umfeld auf der Ersatzbank sitzen - hinter Wojciech Szczesny - als in der Welt-Metropole Paris nur einer von vielen auf dem Abstellgleis sein. "Ich komme zurück, weil du die Einladung einer Dame nicht ablehnen kannst. Ich komme wieder, weil dies mein Zuhause ist", teilte Buffon nach der Verkündung der Rückkehr mit.

Juventus will international wieder reüssieren

Buffon verkörpert sicher nicht mehr die sportliche Zukunft des italienischen Rekordmeisters. Das müssen jetzt andere, jüngere Spieler leisten - auch wenn sich  Buffon noch gut und frisch genug fühlen dürfte.

"Die Verlobte", wie Juventus von den Liebhabern des Klubs auch genannt wird, will nicht nur in Italien, sondern auch international wieder eine große Nummer werden. Der aufgrund seines zurückhaltenden Finanzgebarens einst als "Preußen der Liga" verschrieene Traditionsklub investiert plötzlich, als gebe es kein Morgen mehr.

Allein für die kommende Spielzeit hat Juve-Präsident Andrea Agnelli, dessen Familie der Klub und auch der Automobilkonzern Fiat gehört, 151,5 Millionen Euro investiert, davon allein für den jungen Niederländer Matthijs de Ligt insgesamt mit allen Zusatzkosten 85,5 Millionen Euro. Weitere Transfers sind nicht ausgeschlossen.

Gehälter sind explodiert

Cristiano Ronaldo (l.) und Matthijs de Ligt (r.) spielen künftig gemeinsam bei Juve (picture-alliance/AP Photo/M. Meissner)

Cristiano Ronaldo (l.) und Matthijs de Ligt (r.) spielen künftig gemeinsam bei "Juve"

In der Saison davor waren es sogar 261,5 Millionen Euro, als den Italienern der Coup gelang, Superstar Cristiano Ronaldo von Real Madrid für 117 Millionen Euro nach Italien zu locken.

Demgegenüber stehen zwar aktuell Transfereinnahmen von je rund 109 Millionen Euro in dieser und der vergangenen Saison. Doch die Hoffnung auf Erfolge bleibt teuer erkauft. Neben den hohen Ausgaben für neue Spieler sollen auch die Gehälter bei Juventus geradezu explodiert sein: von rund 120 Millionen Euro vor vier Jahren auf aktuell etwa 300 Millionen Euro jährlich. Allein Ronaldo soll 31 Millionen Euro pro Jahr erhalten - netto, versteht sich.

Auf den Altar

Und auch in der Kasse des Neuzugangs de Ligt klingelt es kräftig: Angeblich bekommt der 19 Jahre alte Ex-Verteidiger von Ajax Amsterdam jährlich rund zwölf Millionen Euro. Es wird groß, vor allem europäisch gedacht bei "Juve". Nicht weniger als der Champions-League-Pokal soll es werden. Es wäre der dritte in der Vereinshistorie.

Trainer Maurizio Sarri, der noch jüngst die Europa League mit dem FC Chelsea gewonnen hatte, soll diesen Wunsch erfüllen. Der 60 Jahre alte, italienische Kettenraucher, der deutliche Worte nicht scheut, hat Massimiliano Allegri abgelöst. Der konnte zwar pflichtgemäß fünf Meisterschaften in fünf Jahren und vier Pokalerfolge nachweisen, unterlag aber in der europäischen Königsklasse zweimal mit "Juve" im Finale.  

In der abgelaufenen Saison scheiterte der Klub bereits im Viertelfinale an den Himmelsstürmern von Ajax. De Ligt sorgte mit seinem Treffer für den K.o. der alten Dame gesorgt. In der kommenden Spielzeit soll "die Verlobte" dann aber endlich wieder auf den Altar des europäischen Wettbewerbs geführt werden.                

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