Jury fordert lebenslange Haft für US-Neonazi | Aktuell Amerika | DW | 11.12.2018
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Charlottesville

Jury fordert lebenslange Haft für US-Neonazi

Im Prozess gegen James Fields hat die Jury laut Medienberichten lebenslange Haft empfohlen. Der Neonazi hatte sein Auto bei Demonstrationen in Charlottesville in eine Menschenmenge gefahren und dabei eine Frau getötet.

USA Charlottesville Virginia auto fährt in Menschenmenge bei Demonstration von Rechtsextremisten in USA (picture-alliance/dpa/The Daily Progress/AP/R.M. Kelly)

Fields fährt am 12.08.2017 in Charlottesville in eine Gruppe von Gegendemonstranten

Der 21-jährige James Fields war bereits Ende vergangener Woche vor einem Gericht im Bundesstaat Virginia wegen Mordes sowie wegen schwerer Körperverletzung und Fahrerflucht verurteilt worden. Als Strafmaß forderten die Geschworenen nun lebenslänglich plus 419 Jahre Haft für den Neonazi, wie der Sender CNN und andere US-Medien berichteten. 

Der Richter kann die Strafe in seiner Entscheidung noch reduzieren, nicht aber erhöhen. In der Regel verhängen Richter in Virginia allerdings das von der Jury vorgeschlagene Maß. Eine Verkündung des Urteils ist für den 29. März angesetzt.

Trump nahm Rechtsextremisten in Schutz

Der Angeklagte war im August 2017 am Rande eines Aufmarschs von Rechtsextremisten in der Universitätsstadt Charlottesville mit seinem Wagen in eine Gruppe von Gegendemonstranten gefahren. Dabei tötete er eine 32-jährige Frau, mehrere weitere Menschen wurden verletzt. Es gibt Videoaufnahmen, die das Geschehen zeigen. Fields wurde kurz nach der Tat festgenommen.

Video ansehen 02:03

Rassismus in den USA: Die Wunden von Charlottesville

Der Aufmarsch von Neonazis und anderen Rassisten in Charlottesville hatte auch international für Schlagzeilen gesorgt. US-Präsident Donald Trump geriet in die Kritik, weil er kurz danach das Verhalten von Rechtsextremisten und Gegendemonstranten gleichsetzte und von "Gewalt auf vielen Seiten" sprach.

Fields hatte in dem zweiwöchigen Prozess auf unschuldig plädiert. Seine Verteidiger argumentierten, ihr Mandant habe sich in einem Zustand der Panik befunden und "um sein Leben gefürchtet". Auf Fields kommt noch ein zweiter Prozess vor einem Bundesgericht zu, für den aber noch kein Termin angesetzt wurde.

ie/hk (afp, ap, rtr)

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