Jürgen Klopp zur Super League: ″Verstehe, dass die Fans sauer sind″ | Sport | DW | 20.04.2021
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

Fußball

Jürgen Klopp zur Super League: "Verstehe, dass die Fans sauer sind"

Der von Jürgen Klopp trainierte FC Liverpool ist einer von zwölf Klubs, die eine Super League gründen wollen. Der deutsche Coach lehnt diese Pläne ab, in die er nicht involviert war, und nimmt seine Spieler in Schutz.

Die Pläne zur Gründung einer Super League haben weltweit bei Sportverbänden, Ligen, Fans und in der Politik für Proteste gesorgt. Auch in Großbritannien, wo ein Großteil der Super-League-Gründungsvereine beheimatet ist, gab es Kritik an der neuen "Liga der Superreichen" und lautstarken Widerstand.

14 Premier-League-Klubs haben die Super-League-Pläne der englischen "Big Six" auf einer Dringlichkeitssitzung am Dienstag verurteilt. "Die Pläne werden einstimmig und scharf abgelehnt", teilte das Greimum am Nachmittag mit. An der Sitzung hatten auch Vertreter des Verbandes FA teilgenommen. "Die Premier League prüft alle vorhandenen Mittel, um das Fortschreiten zu unterbinden", hieß es weiter. In enger Zusammenarbeit mit Fangruppen, der Regierung und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) müssten die "Interessen des Spiels" geschützt werden.

Die britische Regierung kündigte ebenfalls an, alle Möglichkeiten zu prüfen, um die Super League noch zu verhindern. "Seid versichert, dass ich alles tun werde, um diesem lächerlichen Plan die Rote Karte zu zeigen", schrieb Regierungschef Boris Johnson in einem Gastbeitrag für die Zeitung "The Sun". Die Rede ist sogar von kartellrechtlichen Schritten und der Gründung einer Fan-Plattform, die sich mit der Idee befasst, eine Adaption der in Deutschland herrschenden 50+1-Regel vorzunehmen.

Vor dem Auswärtsspiel des FC Liverpool bei Leeds United am Montagabend hängten Fans Banner am Stadion auf und verbrannten sogar ein Trikot der Reds. Auch Spieler wurden angefeindet, dabei hatte sich als erster Spieler eines betroffenen Vereins Liverpool-Kapitän James Milner gegen die Pläne positioniert.

"Ich mag es nicht und hoffentlich kommt es nicht dazu", sagte der 61-malige englische Nationalspieler nach der Partie, vor dessen Beginn die Leeds-Profis mit T-Shirts ihren Protest sichtbar gemacht haben. "Earn it" ("Verdient es") stand unter dem Champions-League-Logo und "Football is for the fans" ("Fußball ist für die Fans") auf der anderen Seite.

Klopp: "Team hat damit nichts zu tun"

Auch Liverpools Trainer Jürgen Klopp hatte sich zuvor öffentlich gegen die Pläne zur Gründung einer Super League und für die Champions League ausgesprochen.

Großbritannien Fußball Super League Reaktionen von Fans

"Schämt euch" und "Ruhe in Frieden, FC Liverpool" - Fan-Proteste am Liverpooler Stadion

Klopp betonte jedoch, dass weder die Spieler noch das Trainerteam in die Entscheidungen involviert waren. "Das Team hat nichts damit zu tun. Und ich habe auch nicht wirklich etwas damit zu tun. Aber die Leute behandeln uns so. Unsere Eigentümer haben die Entscheidung getroffen, das ist ein Teil des Klubs, aber der ganze Klub ist größer als wir alle."

Einen Rücktritt schloss Klopp aus. "Wenn die Zeiten noch härter werden, dann klebe ich noch mehr und bleibe hier", sagte der 53-Jährige, der seit 2015 beim LFC arbeitet. "Ich fühle mich verantwortlich für das Team, für den Klub und ich fühle mich verantwortlich für die Beziehung, die wir mit unseren Fans haben. Ich verstehe, dass die Fans sauer sind."

Perez verteidigt Super-League-Pläne

Neben dem FC Liverpool sind weitere fünf britische, drei italienische und drei spanische Top-Vereine in die Pläne involviert, darunter Real Madrid. Dessen Präsident Florentino Perez bezeichnete das neue Format als "Rettung des europäischen Fußballs".

Nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie haben sich bei Real Madrid und dem FC Barcelona hohe Schuldenberge angehäuft. "Die neue Champions League mit 36 statt 32 Klubs soll im Jahr 2024 starten", sagte Perez und malte ein dunkles Zukunftsbild. "2024 aber werden alle diese Klubs tot sein." Der Präsident von Real Madrid ist als Chef der neuen Superliga vorgesehen.

Die Redaktion empfiehlt