Juan Guaidó schlägt sich zu Konzert durch | Aktuell Amerika | DW | 23.02.2019
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Machtkampf mit Musik

Juan Guaidó schlägt sich zu Konzert durch

Der venezolanische Oppositionsführer besucht seine Anhänger außer Landes: bei einem Musikfestival in Kolumbien. Das Konzert ist politisch aufgeladen - und auch Guaidós Widersacher Maduro kämpft mit Kultur.

Kolumbien | Juan Guaido auf Konzert an der Grenze zu Venezuela (Getty Images/AFP/L. Robayo)

Oppositionsführer Guaidó (mit Smartphone) und Kolumbiens Präsident Duque (rechts daneben)

Trotz eines Ausreiseverbots hat der selbsternannte venezolanische Übergangspräsident Juan Guaidó ein Benefizkonzert in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta besucht. Von zahlreichen Polizisten geschützt, traf er in der Nähe der Bühne auf die Staatschefs von Kolumbien, Chile und Paraguay, Iván Duque, Sebastián Piñera und Mario Abdo Benítez.

Guaidó wurde nach eigenen Worten bei seiner Ausreise durch venezolanische Soldaten unterstützt. Mit deren Hilfe habe er Sperrungen der Grenzübergänge zu Wasser, zu Lande und in der Luft überwunden, sagte der Oppositionsführer vor Journalisten. Vor allem die Nationalgarde habe dabei eine "entscheidende Rolle" gespielt. Das Militär ist bislang die wichtigste Stütze des amtierenden Staatschefs Nicolás Maduro.

Zielmarke: Zehn Millionen Dollar

Zu dem Konzert waren Zehntausende Anhänger Guaidós gekommen. Mit der Veranstaltung wollen der britische Milliardär Richard Branson und die Gegner Maduros zehn Millionen US-Dollar an Spenden für humanitäre Hilfe einsammeln.

Kolumbien | Konzert an der Grenze zu Venezuela (picture-alliance/dpa/AA/L. Ihan)

Der britische Milliardär Richard Branson hat das Konzert "Venezuela Aid Live" organisiert ...

Nur 300 Meter entfernt fand auf der anderen Seite der Grenze ein Gegenkonzert statt, das unter dem Montto stand: "Hände weg von Venezuela". An dieser Veranstaltung, die Unterstützung für Maduro signalisieren sollte, nahmen deutlich weniger Menschen teil. Die Nachrichtenagentur AFP sprach von 2500 Besuchern.

Zwischen beiden Konzert-Orten liegt die Tienditas-Grenzbrücke, die von Militärs für größere Fahrzeuge blockiert wird. An diesem Samstag will Guaidó mit Hilfe Tausender Freiwilliger über die Brücke Hilfsgüter ins Land schaffen, die unter anderem von den USA bereitgestellt wurden.

Kolumbien | Konzert an der Grenze zu Venezuela (Getty Images/AFP/E. Estupinan)

... zu dem Zehntausende Anhänger des venezolanischen Oppositionsführers Guaidó strömten ...

Maduro sieht darin jedoch einen Vorwand für eine militärische Intervention in Venezuela. Er hat die Streitkräfte angewiesen, die Güter nicht passieren zu lassen. Auch Brasilien hält fast 200 Tonnen Grundnahrungsmittel bereit. Diese müssten allerdings von venezolanischen Lastwagen abgeholt werden, sagte ein Sprecher des Präsidialamts nach einer Krisensitzung der Regierung. Venezuela hatte am Donnerstag die Grenze zwischen beiden Ländern geschlossen.

Venezuela | Konzert an der Grenze zu Kolumbien in Urena (Getty Images/AFP/J. Barreto)

... deutlich mehr als zu einem Gegenkonzert für Maduro-Anhänger auf venezolanischer Seite

UN-Generalsekretär Antionio Guterres warnte derweil die Regierung in Caracas davor, Gewalt gegen Demonstranten einzusetzen. Die Vereinten Nationen arbeiteten weiterhin mit den venezolanischen Behörden zusammen, um die Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versorgen, sagte er nach einem Treffen mit dem venezolansichen Außenminister Jorge Arreaza. Guterres fügte hinzu, die UN seien in dem Konflikt neutral.

jj/nob (dpa, afp, rtr)

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