Jordanischer König: ″Aufstand ist vorbei″ | Aktuell Nahost | DW | 07.04.2021
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Nahost

Jordanischer König: "Aufstand ist vorbei"

Der jordanische König Abdullah II. hat die politische Krise der vergangenen Tage für beendet erklärt. Zuvor hatte es Berichte gegeben, der Halbbruder des Königs habe versucht, den König zu stürzen.

EU-Parlament in Straßburg | Jordaniens König Abdullah II. bin al-Hussein

Jordaniens König Abdullah II. bin al-Hussein (Archivbild)

"Ich versichere Ihnen, dass der Aufstand vorbei ist", heißt es in einer Erklärung, die im Auftrag des jordanischen Königs im staatlichen Fernsehen verlesenen wurde. Abdullah II. versucht damit, die politische Krise der vergangenen Tage zu beenden.

Angesichts des mutmaßlichen Komplotts im Königshaus hat der König eigenen Angaben zufolge Gefühle wie Schock, Schmerz und Wut empfunden. "Die Herausforderung der letzten Tage war nicht die schwierigste oder gefährlichste für die Stabilität unseres Heimatlandes, aber sie war für mich die schmerzhafteste, sagte er.

Der König und sein Halbbruder - einst Konkurrenten um den Thron

In die mutmaßliche Verschwörung soll auch sein Halbbruder, der ehemalige Kronprinz Hamsa bin Hussein, verwickelt gewesen sein. Dieser hatte die Vorwürfe bestritten. In einem von der britischen BBC veröffentlichten Video übte Prinz Hamsa jedoch scharfe Kritik am König. Zwischen den beiden Halbbrüdern gibt es zudem seit langem eine Art Konkurrenzsituation.

Hamsa war ursprünglich auf den Thron vorbereitet worden und er galt immer als Favorit seines Vaters, der ihn in der Öffentlichkeit oft als "seine große Freude" bezeichnete. Doch kurz vor seinem Tod 1999 änderte König Hussein I. seine Meinung und setzte statt Hamsa seinen ältesten Sohn - Abdullah II. - als Thronerben ein. Hamsa bin Hussein wurde nach eigenen Angaben am Samstag wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an dem Komplott unter Hausarrest gesetzt. Das Königshaus hatte am Dienstag eine Nachrichtensperre über die Vorgänge verhängt.

"Person aus dem Umfeld des Prinzen" soll hinter Komplott stecken

"Hamsa ist heute mit seiner Familie in seinem Palast unter meiner Obhut", ließ Abdullah II. heute wissen. Untersuchungen hätten ergeben, dass Personen aus dem Umfeld des Prinzen zu "destabilisierenden" Kräften in Kontakt stünden, hieß es vonseiten der Regierung. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen.

Bereits am Montagabend hatte der königliche Hof mitgeteilt, dass Prinz Hamsa seine Loyalität gegenüber dem König bekräftigt habe. In seiner Erklärung räumte König Abdullah II. auch andere Probleme im Königreich ein: "Unser Land steht vor schwierigen wirtschaftlichen Herausforderungen, die durch die Corona-Pandemie noch verschärft werden." Während die Wirtschaft in dem ohnehin ressourcenarmen und von Wüste geprägten Land im vergangenen Jahr schrumpfte, stieg zugleich die Arbeitslosigkeit rapide an.
 

bru/uh (dpa, afp)

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