Jordaniens König fordert mehr Hilfe für syrische Flüchtlinge | Aktuell Nahost | DW | 03.11.2013
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Aktuell Nahost

Jordaniens König fordert mehr Hilfe für syrische Flüchtlinge

Der jordanische König Abdullah II. hat die Staatengemeinschaft um Hilfe bei der Bewältigung des Flüchtlingsansturms aus Syrien gebeten. Auch die deutschen Kirchen mahnen mehr Unterstützung an.

Zur Zeit beherberge Jordanien rund 600.000 syrische Flüchtlinge, sagte der Monarch im Parlament in der Hauptstadt Amman. Das verknappe die ohnehin begrenzten Ressourcen seines Landes und belaste die Infrastruktur stark.

Die Staatengemeinschaft muss schnell handeln

"Wenn die internationale Gemeinschaft nicht schnell handelt, um uns bei der Bewältigung der Lasten des syrischen Konflikts zu helfen, wird Jordanien Maßnahmen ergreifen, um die Interessen unseres Volkes und unseres Landes zu schützen", sagte Abdullah II., ohne dies jedoch näher zu erläutern.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind in Jordanien rund 541.000 syrische Flüchtlinge registriert, darunter mehr als 130.000 in dem Wüstencamp Saatari nahe der syrischen Grenze im Norden des Landes. Insgesamt flohen mehr als 2,1 Millionen Syrer vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land, die meisten von ihnen in Nachbarländer. Jordanien hat wiederholt mehr internationale Unterstützung eingefordert.

Es wird eng bei Wasser, Strom und Wohnraum

Nach Angaben der Regierung in Amman belastet die große Zahl der syrischen Flüchtlinge vor allem die ohnehin schlechte Wasser- und Stromversorgung im Land. Überlastungen gibt es auch beim Wohnraum und in den Schulen. Zudem konkurrieren syrische Flüchtlinge mit jordanischen Arbeitslosen um Jobs.

Die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland appellierten unterdessen an die Bundesregierung, mehr Syrien-Flüchtlinge aufzunehmen. Die bisher vorgesehene Zahl könne auf 10.000 Flüchtlinge verdoppelt werden, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Norbert Trelle.

Deutsche Hilfe nur "kleinmütig"

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, bezeichnete die derzeitige deutsche Hilfe als "kleinmütig". Die beiden Kirchenvertreter halten sich gegenwärtig in Jordanien auf, um sich über die Hilfsprojekte für syrische Vertriebene zu informieren.

Die Diakonie Katastrophenhilfe mahnte mehr Spenden für syrische Flüchtlinge an. Momentan sei die Spendenbereitschaft in Deutschland im Vergleich zu anderen Krisen erschreckend gering, sagte die Präsidentin der evangelischen Hilfsorganisation, Cornelia Füllkrug-Weitzel. "Offenbar befürchten viele angesichts des unüberschaubaren Konflikts, dass Hilfe in falsche Kanäle fließt", sagte Füllkrug-Weitzel. Dabei habe das eine mit dem anderen nichts zu tun. "Hilfe für die 2,6 Millionen Syrer, die ihre Heimat aus Furcht vor dem Krieg verlassen haben, ist unabdingbar und erreicht die Bedürftigen in der Region sehr wohl." Angesichts des nahenden Winters gehe es in den nächsten Wochen darum, Matratzen, Winterkleidung und Heizstrahler zu verteilen.

haz/re (afp, kna, epd)

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