Johnson kündigt Brexit-Feierlichkeiten an | Aktuell Europa | DW | 18.01.2020
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Großbritannien

Johnson kündigt Brexit-Feierlichkeiten an

Der EU-Austritt mag die Briten nach wie vor spalten, doch wenn es nach Premierminister Boris Johnson geht, muss der 31. Januar gebührend gefeiert werden. Unter anderem sind eine Lichtershow und eine Gedenkmünze geplant.

Großbritanien | Pro-Brexit Demonstranten (picture-alliance/dpa/Photoshot)

Die britische Flagge, der Union Jack, soll am 31. Januar den Parliament Square in London schmücken

"Der 31. Januar ist ein wichtiger Moment unserer Geschichte, da das Vereinigte Königreich die EU verlässt und seine Unabhängigkeit wiedergewinnt", teilte das Büro von Premierminister Boris Johnson mit. Am Abend des 31. Januars werde der Regierungschef eine Ansprache an die Nation halten.

Zudem solle Johnsons Sitz in der Downing Street mit einem Countdown bis zum EU-Austritt beleuchtet werden, der auch über die sozialen Medien übertragen werde. Auch andere Gebäude im Regierungsviertel Whitehall werden demnach beleuchtet. Geplant ist auch, dass rund um den Parliament Square, wo der Chef der Brexit-Partei Nigel Farage eine Party mit Reden und Musik geben will, der Union Jack, die britische Flagge, wehen soll.

Die Regierung will außerdem am Tag des Brexit eine Gedenkmünze herausgeben mit der Inschrift: "Friede, Wohlstand und Freundschaft mit allen Nationen." Eine ähnliche Münze war bereits für den Brexit-Termin am 31. Oktober 2019 geprägt worden. Eine Million Exemplare mussten dann eingeschmolzen werden, nachdem der EU-Austritt verschoben wurde.

Big Ben bimmelt wohl nicht für den Brexit

Unterdessen nimmt der Streit um ein mögliches Läuten der berühmten Glocke Big Ben anlässlich des Brexit immer skurrilere Züge an. Die 160 Jahre alte Glocke, die seit 2017 saniert wird, ertönt mit Ausnahme von Silvester und dem Remembrance Day im November während der Restaurierung nicht.

Großbritannien Brexit l Big Ben - London (picture alliance/AP Photo/A. Pezzali)

Big Ben ist die schwerste der fünf Glocken im berühmten Uhrturm am Westminsterpalast

Ein Glockenläuten zum EU-Austritt, wie es Brexit-Befürwoter immer wieder verlangt haben, würde Schätzungen zufolge 500.000 Pfund kosten. Dafür müsste nach Angaben des Parlaments extra ein Boden eingezogen werden. Johnson schlug deshalb kürzlich eine Crowdfunding-Kampagne vor, um die Kosten nicht auf die Steuerzahler abzuwälzen.

Dies wäre nach Angaben des Parlaments jedoch nicht rechtens. Auf der Plattform GoFundMe war da jedoch bereits eine Kampagne angelaufen und hatte innerhalb eines Tages mehr als 220.000 Pfund (rund 260.000 Euro) gesammelt. Unter anderem steuerte die Brexit-Kampagne "Leave means Leave" des britischen Geschäftsmannes Arron Banks 50.000 Pfund bei.

Nigel Farage warf der Regierung vor, sich zu blamieren. "Ich kann schon sehen, wie wir auf der ganzen Welt verspottet werden: Großbritannien verlässt die EU und sie können nicht einmal eine Glocke läuten", klagte der Brexit-Hardliner.

Johnson reist nach Nordengland

Glockenläuten hin oder her: An den Feierlichkeiten in London wird Premier Johnson selbst nicht teilnehmen. Die Regierung kündigte an, der Tag des Austritts solle dazu genutzt werden, die Wunden der Spaltung zu heilen.

Dazu solle eine spezielle Kabinettssitzung im Norden Englands stattfinden, bei der es darum gehen werde, wie Wohlstand und Chancen im ganzen Land verteilt werden können.

hk/bru (dpa, afp, rtr)