Johns Hopkins University: Die Corona-Experten | Amerika - Die aktuellsten Nachrichten und Informationen | DW | 08.04.2020
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Corona-Pandemie

Johns Hopkins University: Die Corona-Experten

Informationen sind in der Corona-Krise entscheidend. Forscher der Johns Hopkins University liefern Zahlen und Fakten zur Pandemie - und forschen nach Mitteln gegen das Virus. Aus Washington Carla Bleiker.

Harvard, Yale - Johns Hopkins? Die ersten beiden Institutionen sind weltweit berühmt und gelten als die US-amerikanischen Eliteuniversitäten schlechthin. Aber in Zeiten des Coronavirus sind die Experten der Johns Hopkins University (JHU) in Baltimore, Maryland, ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, die Öffentlichkeit zu informieren und das Virus zu erforschen. Die offiziellen Zahlen, die angeben, wie viele Menschen in einem bestimmten Land am Coronavirus gestorben sind, oder an denen gemessen wird, wie schnell sich das Virus ausbreitet, kommen am schnellsten von der Johns Hopkins University.

Auf der interaktiven Karte, die das Center for Systems Science and Engineering der renommierten Universität in Maryland erstellt hat, lässt sich genau verfolgen, wo es wie viele Corona-Fälle gibt. So erfuhr die deutsche Öffentlichkeit am Montag, dass die Bundesrepublik am Sonntagabend die Schwelle von 100.000 Infektionen überschritten hatte.

Wer auf der Karte näher an die USA heranzoomt, kann sich sogar bis auf den Landkreis genau informieren. So hat es, Stand Mittwochmittag, im Outagamie County im nördlichen Bundesstaat Wisconsin beispielsweise bisher 25 bestätigte Fälle des Coronavirus gegeben, inklusive eines Todesfalls. Der Makro-Überblick zeigt, dass die USA mittlerweile mit Abstand die meisten Corona-Fälle haben, vor Ländern wie Spanien, Italien und Deutschland.

Benutzerfreundliche Corona-Informationen

Um einen so flächendeckenden und gleichzeitig kleinteiligen Überblick zu bieten, sammeln JHU-Wissenschaftler Zahlen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), von regionalen und nationalen Gesundheitsministerien und aus lokalen Medienberichten. Die interaktive Karte mit ihren Ergebnissen präsentierte das JHU Center for Systems Science and Engineering erstmals am 22. Januar der Öffentlichkeit.

Symbolbild Corona-Virus Impfstoff (picture-alliance/dpa/Geisler-Fotopress)

Einen Impfstoff gibt es noch nicht - Wissenschaftler an der Johns Hopkins University forschen in viele Richtungen

Das Portal "wurde entwickelt, um Forschern, staatlichen Gesundheitsämtern und der Öffentlichkeit ein benutzerfreundliches Werkzeug zur Verfügung zu stellen, mit dem sich der (Coronavirus-)Ausbruch in Echtzeit verfolgen lässt", so Lauren Gardner, Ingenieurin und Gesundheitsexpertin an der JHU, in einem Blogeintrag.

Andere Forscher der JHU arbeiten mit Hochdruck daran, mehr über das Virus zu erfahren. Peter Thielen und Thomas Mehoke, Molekularbiologen an der JHU, sind dabei, das Genom von SARS-CoV-2, wie das neuartige Coronavirus heißt, zu entschlüsseln. Das kann ihnen wertvolle Informationen liefern. "Von den Genomen, die wir (hier in Maryland) sehen, können wir auf eine ungefähre Anzahl von positiven Fällen im Bundesstaat schließen", sagte Mehoke in einem Interview für eine JHU-Website. "Das vermittelt uns ein besseres Verständnis von der Größe des Problems. Und das ist besonders wichtig, weil es an einigen Orten nur eine eingeschränkte Zahl von Tests gibt."

Erstklassige medizinische Behandlung und Forschung

JHU-Mediziner testen jetzt eine neue Behandlungsmethode gegen das Virus. Sie haben ein Netzwerk von Krankenhäusern im ganzen Land aufgebaut, an denen Plasma von genesenen COVID-19-Patienten isoliert und untersucht wird. Die Hoffnung: Dass man mit einer Infusion des Plasmas von Personen, die das Virus überlebt haben, "schwer erkrankte COVID-19-Patienten behandeln und das Immunsystem von medizinischem Personal und Notfall-Einsatzkräften stärken könnte", so teilt die Universität mit

USA New York | Coronavirus | Krankenwagen, Notfall (Reuters/S. Jeremiah)

Corona-Notfall-Einsatzkräfte sind besonders verwundbar - JHU-Forscher testen Behandlungsmethoden

Wer in dem an die Universität angeschlossenen Johns Hopkins Hospital behandelt wird, hat es gut getroffen. Das Krankenhaus ist eines der besten in den Vereinigten Staaten. Für 2019/2020 belegte es im landesweiten Krankenhaus-Ranking des "U.S. News & World Report" den dritten Platz, wie schon in den vergangenen drei Jahren. Die Geriatrie-Abteilung des Johns Hopkins Hospitals, zuständig für die Behandlung von älteren Menschen, einer Coronavirus-Risikogruppe, belegte im aktuellen Ranking sogar den ersten Platz und gilt damit als die beste Spezialabteilung ihrer Art in den USA.

Und auch im Gesundheitsforschungsbereich schneidet JHU exzellent ab. In den vergangenen Jahren belegte die Universität wiederholt Platz eins im "U.S. News & World "-Ranking für ihren Masterstudiengang Public Health. Die Universität hat bis heute 18 Medizinnobelpreisträger hervorgebracht, zuletzt gewannen zwei JHU-Forscher den Preis 2019. 

Kein Wunder also, dass JHU-Forscher und Experten an vorderster Front im Kampf gegen das Coronavirus dabei sind.

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