Joe Biden erzürnt Schwarze | Aktuell Amerika | DW | 23.05.2020
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US-Wahlkampf

Joe Biden erzürnt Schwarze

Eigentor des designierten Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten: Joe Biden hat mit einer Äußerung über afroamerikanische Wähler für Aufregung in den Vereinigten Staaten gesorgt.

Joe Biden war Gast im "Breakfast Club" des beliebten afroamerikanischen Moderators Charlamagne Tha God - in der Sendung ging es um Rassismus in den Vereinigten Staaten. Rassismus - dies wird nun auch dem Herausforderer von US-Präsident Donald Trump bei der Wahl im November vorgeworfen.

In dem teils hitzigen Interview hatte Biden zu Charlamagne Tha God mit Blick auf die Wahl gesagt: "Ich sag' Ihnen was: Wenn Sie ein Problem haben, sich zu entscheiden, ob Sie für mich oder Trump sind, dann sind Sie nicht schwarz."

Große Empörung im Netz

Der Moderator erwiderte, es beunruhige ihn, dass "die Demokraten die schwarzen Wählerstimmen für eine Selbstverständlichkeit halten". Der ehemalige US-Vizepräsident entgegnete, er habe durch jahrzehntelange Arbeit in schwarzen Gemeinden deren Wählerstimmen gewonnen und erhalte "überwältigende Unterstützung" von schwarzen Prominenten und Wählern.

Eine Beraterin Bidens erklärte per Twitter, Bidens Bemerkung sei scherzhaft gewesen - da verbreitete sich aber schon die Debatte rund um den Hashtag #YouAintBlack (Sie sind nicht schwarz) in den sozialen Medien. Viele Schwarze kritisierten Bidens Äußerung als bevormundend.

Tim Scott, der einzige schwarze Republikaner im Senat, verwies darauf, bei der Wahl 2016 hätten 1,3 Millionen Afroamerikaner für Trump gestimmt. "Heute Mittag hat Joe Biden jedem von Euch gesagt, dass ihr 'nicht schwarz' seid!"

"Nicht so ein Klugscheißer"

Biden entschuldigte sich später für seine "unglücklichen" Äußerungen: "Ich hätte nicht so ein Klugscheißer sein sollen. Ich hätte nicht so unbekümmert sein sollen", sagte der 77-Jährige. Er habe die afroamerikanische Gemeinschaft "niemals als selbstverständlich angesehen", versicherte er. "Niemand sollte aufgrund von Rasse, Religion oder Herkunft für eine Partei stimmen müssen."

wa/cw (afp, dpa)

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