Jemen: El Kaida im Visier der US-Miltärs | Nahost | DW | 03.01.2010
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nahost

Jemen: El Kaida im Visier der US-Miltärs

Durch das verhinderte Attentat von Detroit ist der Jemen als El-Kaida-Stützpunkt in den Fokus der Weltgemeinschaft geraten. Die USA und Großbritannien haben dem Land im Kampf gegen den Terror Hilfen zugesagt.

Jemenitische Soldaten vor der US-Botschaft in Sanaa (Foto: AP)

Terrordrohungen gegen die US-Botschaft im Jemen

US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister Gordon Brown vereinbarten, eine Spezialeinheit zur Terrorabwehr der jemenitischen Regierung finanziell zu unterstützen, wie Browns Büro in London mitteilte. Details müssten noch ausgearbeitet werden. Die gemeinsame Finanzhilfe sei mit dem Jemen abgesprochen.

Der jemenitische Außenminister Abu Bakr al-Kirbi räumte am Sonntag (03.01.2010) ein, dass die gemeinsamen internationalen Anstrengungen zur Bekämpfung des Terrornetzwerks El Kaida "zweifelsohne verstärkt" werden müssten. Er betonte aber zugleich, der Jemen gehe gegen die Terrororganisation auf seinem Staatsgebiet selbst vor. Es gebe keine Abmachungen, dass die USA nach eigenem Gutdünken Ziele im Jemen beschießen oder bombardieren können.

Medien: US-Militär kundschaftet Angriffsziele aus

Kämpfe zwischen Militär und schiitischen Rebellen an der Grenze zu Saudi-Arabien (Foto: dpa)

Wird der Jemen neue Hochburg für radikale Muslime?

In US-Medien wird schon seit einigen Tagen spekuliert, US-Militärs könnten Angriffe auf El-Kaida-Stellungen planen. Den Meldungen zufolge wurden bereits mögliche Ziele für Angriffe im Jemen erkundet. Die US-Militärs wollten für den Fall gerüstet sein, dass US-Präsident Obama den Befehl zum Angriff geben sollte.

Experten befürchten, dass der Jemen - wie schon Afghanistan oder Pakistan - zu einer Hochburg für radikale Muslime werden könnte. Jüngste Angriffe auf mutmaßliche El-Kaida-Stellungen in dem Land fanden nach Medieninformationen unter Führung der USA mit Unterstützung der jemenitischen Regierung statt.

US-Botschaft in Sanaa geschlossen

Obama hatte am Samstag erstmals öffentlich die El Kaida im Jemen wegen des vereitelten Anschlags auf ein Passagierflugzeug beim Landeanflug auf Detroit am 25. Dezember 2009 beschuldigt. Der festgenommene Nigerianer Umar Faruk Abdulmutallab sei im Jemen von der regionalen El-Kaida-Organisation ausgebildet und mit Sprengstoff versorgt worden, sagte Obama.

Unterdessen ist die US-Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Jemen am Sonntag nach Anschlagsdrohungen von El Kaida geschlossen worden. Die Botschaft in Sanaa begründete die vorerst für einen Tag geltende Maßnahme damit, dass der regionale Ableger der El Kaida auf der Arabischen Halbinsel mit Attentaten gegen US-Einrichtungen im Jemen gedroht habe. Alle einheimischen Mitarbeiter wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben und auf weitere Mitteilungen zu warten.

Brown schlägt Jemen-Konferenz vor

Mutmaßliche jemenitische El-Kaida-Mitglieder in einem Gefängnis im Gericht in Sanaa (Foto: dpa)

Der Jemen geht gegen mutmaßliche Terroristen vor

US-General David Petraeus sicherte dem jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Salih bei einem Treffen am Samstag in Sanaa die Unterstützung Washingtons zu. Nach Angaben der jemenitischen Narichtenagentur Saba gratulierte der US-General dem Jemen zu seinen "erfolgreichen Operationen" gegen El Kaida. Petraeus habe außerdem eine Botschaft Obamas überbracht, in der es um die Zusammenarbeit beider Länder im Kampf gegen Terrorismus und Piraterie ginge.

Brown hatte am Freitag eine internationale Konferenz zur Lage im Jemen vorgeschlagen. Das Treffen könnte am 28. Januar am Rande des internationalen Afghanistan-Gipfels in London stattfinden, so der britische Premier. Gesprochen werden soll dabei auch über Maßnahmen im Kampf gegen Piraten im Seegebiet zwischen der arabischen Halbinsel und Somalia.

Immer wieder werden Ausländer entführt

Jemeniten an einem Stadttor in der Altstadt von Sanaa (Foto: dpa)

Der Jemen zählt zu den ärmsten Ländern der Welt

Die Republik Jemen ist das ärmste Land im Nahen Osten und eines der ärmsten Länder der Welt. Die Landschaft ist durch Wüstenregionen geprägt. Mit einer Fäche von knapp 528.000 Quadratkilometern ist der Jemen deutlich größer als zum Beispiel Deutschland mit rund 357.000 Quadratkilometern. Der Jemen hat aber nur rund 23 Millionen Einwohner. Etwa 75 Prozent der Bevölkerung lebt außerhalb der wenigen großen Städte.

Die Herrscher von mehreren hundert Stämmen erkennen die zentrale Regierung des Jemen nicht an. In der Vergangenheit haben regionale Stammesführer, aber auch islamische Fundamentalisten immer wieder Ausländer entführt, um Forderungen an die Behörden durchzusetzen.

Autorin: Ursula Kissel (dpa, ap, afp, rtr)
Redaktion: Marko Langer

Die Redaktion empfiehlt