Jeder sechste deutsche Erwachsene liest wie ein Zehnjähriger | Deutschlehrer-Info | DW | 11.10.2013
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Jeder sechste deutsche Erwachsene liest wie ein Zehnjähriger

Schon seit Jahren belegen Studien, dass deutsche Schüler im internationalen Vergleich nur durchschnittlich lesen und rechnen können. Eine neue Untersuchung zeigt: Auch deutsche Erwachsene haben deutliche Schwächen.

Die deutsche Öffentlichkeit reagierte schockiert, als im Jahr 2000 die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die erste PISA-Studie veröffentlichte: Deutsche Schüler lagen bei dieser Schulleistungsuntersuchung nur im Mittelfeld – mit großem Abstand zu Schülern aus Finnland, Japan oder Kanada. In späteren PISA-Studien verbesserten sich deutsche Schüler zwar, lagen aber weiterhin deutlich hinter der Spitzengruppe.

Jetzt wurden die Ergebnisse der sogenannten PIAAC-Studie, der PISA-Studie für die 16- bis 65-Jährigen, bekannt. Das Fazit: Auch deutsche Erwachsene schneiden in den Kategorien Leseverständnis, (Alltags-)Mathematik und Problemlösen am Computer nur mittelmäßig ab. Führend sind auch hier Länder wie Japan oder Finnland.

Beim Lesen liegt Deutschland sogar noch unter dem OECD-Schnitt, wobei besonders die hohe Anzahl der Leistungsschwachen auffällig ist: Mehr als jeder sechste Erwachsene in Deutschland versteht nur kurze Texte mit einfachem Vokabular. Dieses Niveau sei das eines zehnjährigen Kindes, sagt OECD-Bildungsdirektorin Barbara Ischinger. Im Durchschnitt haben deutsche Erwachsene gegenüber 16- bis 65-Jährigen aus Finnland oder Japan einen Kompetenzrückstand, der einer Lernleistung von vier bis fünf Schuljahren entspricht.

Auch in einem anderen Punkt decken sich die Ergebnisse der PIAAC-Studie mit denen der PISA-Studie: Bildungserfolg ist in Deutschland in besonderem Maße mit der sozialen Herkunft verknüpft. „In kaum einem anderen Land hängt die Lesekompetenz so sehr vom Bildungsstand der Eltern ab wie hierzulande“, schreiben die Autoren dazu.

Ip/bs (dpa)

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