Jazzlegende Hugh Masekela ist tot | Kultur | DW | 23.01.2018
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Kultur

Jazzlegende Hugh Masekela ist tot

Masekela war einer der bekanntesten Jazzmusiker Afrikas. Der Südafrikaner war nicht nur ein Meister der Trompete, er kämpfte auch gegen die Apartheid in seiner Heimat. Jetzt starb er mit 78 Jahren in Johannesburg.

Masekela erlag einem Prostatakrebs-Leiden, teilte seine Familie am Dienstag (23.1.2018) auf seinem Twitter-Account mit: "Er war ein geliebter Vater, Bruder, Großvater und Freund, unsere Herzen schlagen in tiefer Trauer." Seine globalen Aktivitäten rund um die Welt in den Bereichen Musik, Theater und Kunst blieben Millionen Menschen auf allen Kontinenten in Erinnerung, so die Familie weiter.

Mit 14 griff er zur Trompete 

Hugh Ramopolo Masekela erblickt am 4. April 1939 im südafrikanischen Witbank im Township Kwa-Guqa östlich von Johannesburg, das Licht der Welt. Schon sehr früh spielte er Klavier, aber als er mit 14 den Film "Young Man With A Horn" mit Kirk Douglas als Kornettist in der Hauptrolle sah, war für ihn klar: Ich will Trompeter werden. Damals musizierte er schon in Südafrikas wichtigstem Jugendorchester, der Reverend Huddleston Jazz Band. Der britische Erzbischof schenkte seinem begabten Schüler das begehrte Instrument. Es war der Beginn einer Weltkarriere, die mehr als fünf Jahrzehnte umfasste.

Zu internationaler Berühmtheit gelangte Masekela mit seinem unverwechselbaren Afro-Jazz-Sounds. Zu seinen bekanntesten Hits gehören "Stimela" (auf Englisch: "Cole Train") oder "Soweto Blues", einer der Soundtracks der Anti-Apartheid Bewegung. 1987 brachte er "Bring back Nelson Mandela" raus, das zur Hymne für die Forderung der Befreiung des Anti-Apartheid-Kämpfers Mandela wurde. "Meine größte Obsession ist es, den Afrikanern und der Welt zu zeigen, wer die Menschen Afrikas wirklich sind", sagte Masekela einmal.

Über drei Jahrzehnte im Exil

Der "Elder Statesman Of Jazz", wie man ihn später nannte, war schon früh politisch aktiv. Nach dem Massaker von Sharpeville 1960, bei dem Polizisten 69 Schwarze erschossen, verließ Masekela Südafrika und lebte zunächst im Exil in London. Später ging er nach New York, wo er an der Manhatten School of Music studierte. In den 70er Jahren zog Masekela zurück nach Afrika. Dort lebte er zunächst in Nigeria, später in Botswana und nach Abschaffung der Apartheid ab 1990 wieder in seinem Heimatland Südafrika. 

Südafrikas Präsident Jacob Zuma erklärte, Masekela habe im Exil "die Flamme der Freiheit am Leben gehalten und Apartheid weltweit mit seiner Musik bekämpft". Sein Beitrag zum Befreiungskampf werde nie vergessen werden, so Zuma. 

Preisträger und Kritiker der Politik
 

Masekela gewann zwei Grammys und zahlreiche weitere Auszeichnungen. Er veröffentlichte über 40 Alben und war eng mit anderen Jazzgrößen wie Miles Davis, John Coltrane und Charlie Mingus befreundet. Aber auch außerhalb der Jazzszene kooperierte er mit zahlreichen Musikern, darunter Harry Belafonte, Fela Kuti, Stevie Wonder, Janis Joplin, Jimi Hendrix oder Bono. Von 1964 bis 1966 war er mit der südafrikanischen Sängerin Miriam Makeba alias "Mama Afrika" verheiratet, deren Hit "Pata Pata" um die Welt ging. In den 1980ern arbeitete er während der legendären "Graceland"-Tour, die südafrikanische Musiker wie Ladysmith Black Mambazo oder Masekelas Ex-Frau einem nicht-afrikanischen Publikum näher brachte, eng mit Paul Simon zusammen. 

Zu seinem 70. Geburtstag veröffentlichte Masekela "Phola", ein Solo-Album mit Botschaft: "Es geht um verlogene Politiker und ihre leeren Versprechen. Darum, wie Afrika von unehrlichen Führern ausgeraubt wurde und die Wähler nach den Wahlen plötzlich nichts mehr bedeuten."

Hugh Masekela stand noch bis 2017 auf der Bühne und begeisterte seine Fans. "Das Land hat einen einzigartigen Musiker verloren", erklärte Südafrikas Kulturminister Nathi Mthethwa nach dem Tod des Jazzers. Masekelas zeitlose Musik habe die Herzen der Menschen höher schlagen lassen.

pr/suc (afp, dpa)

In der Playlist hören Sie Musik von Hugh Masekela.

 

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