Japanische Raumsonde setzt hüpfende Roboter auf Asteroiden aus | Aktuell Asien | DW | 22.09.2018
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Raumfahrt

Japanische Raumsonde setzt hüpfende Roboter auf Asteroiden aus

Die japanische Raumsonde "Hayabusa 2" hat zwei Mikro-Roboter auf dem erdnahen Asteroiden Ryugu abgesetzt. Das Roboterduo hat die Aufgabe, die Oberfläche des Himmelskörpers zu fotografieren und hüpfend zu erforschen.

Roboter-Kundschafter von Raumsonde landen auf Asteroiden (picture-alliance/dpa)

Diese Computergrafik zeigt die beiden Mini-Roboter aus der japanischen Raumsonde "Hayabusa 2"

Die "Minerva II"-Mission sei erfolgreich angelaufen, teilte die japanische Raumfahrtagentur Jaxa mit. Die Roboter, die etwa die Größe einer Keksdose haben, seien nun dabei, "hüpfend" die Oberfläche des Asteroiden zu prüfen. Dabei sollen sie auch die Temperatur dort messen.

Die Mikro-Roboter können bis zu 15 Meter hoch springen und bis zu 15 Minuten in der Luft bleiben. Jaxa-Projektleiter Yuichi Tsuda zeigte sich "sehr stolz" über die weltweit erste bewegliche Roboter-Observation auf einem Asteroiden. 2005 war eine ähnliche Mission auf einem anderen Asteroiden gescheitert.

Stereo-Aufnahmen von der Oberfläche

Die beiden Kundschafter Rover-1A und Rover-1B sind mit jeweils vier beziehungsweise drei Kameras ausgerüstet. Sie sollen zusammen Stereo-Aufnahmen von der Oberfläche des Asteroiden machen, hieß es. Die Roboter kommunizieren mit "Hayabusa2" über ein OME-E genanntes Gerät an Bord der Raumsonde. Dieses wird später auch zur Kommunikation mit dem deutsch-französischen Landegerät "Mascot" genutzt.

Asteroid Ryugu (JAXA)

Das Ziel der Forscher: der Asteroid Ryugu

Höhepunkt der Mission soll die Entnahme von Material der Oberfläche des Asteroiden sein, der einen Durchmesser von 950 Metern aufweist und etwa 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist. Dazu soll "Hayabusa 2" (japanisch: Falke) im Oktober ein zwei Kilogramm schweres Kupfer-Objekt auf den Asteroiden abfeuern, der einen kleinen Krater in die Oberfläche schlagen soll.

Die aus dem Krater gewonnenen Asteroidenproben soll "Hayabusa 2" dann 2020 zur Erde bringen. Erforscht werden soll unter anderem, ob das Wasser auf der Erde in Teilen auch von Asteroiden stammen könnte. Zudem erhoffen sich die Forscher Antworten auf grundlegende Fragen des Universums. "Hayabusa2" war im Dezember 2014 in Japan gestartet und erreichte nach fast vier Jahren im All Ende Juni ihr Ziel.

Deutsches Landegerät im Anmarsch

Im Oktober soll "Hayabusa 2" auch das deutsch-französische Landegerät "Mascot" auf Ryugu absetzen. Das Gerät von der Größe eines Schuhkartons soll auf der Südhemisphäre des Himmelskörpers landen. Es soll sich laut dem Deutschen Raumfahrtzentrum DLR mindestens 16 Stunden hüpfend über die Asteroidenoberfläche bewegen, um Messungen an mehreren Orten zu ermöglichen. Entwickelt und gebaut wurde "Mascot" (Mobile Asteroid Surface Scout) vom DLR in enger Kooperation mit der französischen Raumfahrtagentur CNES. Das Landegerät soll auf dem Asteroiden Ryugu bleiben, dessen Name an den Unterwasserpalast eines Drachenkönigs aus der japanischen Überlieferung erinnert.

kle/nob (afp, dpa)

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