Japan rügt chinesischen Atom-U-Boot-Einsatz | Aktuell Asien | DW | 15.01.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Inselstreit

Japan rügt chinesischen Atom-U-Boot-Einsatz

China erhebt Anspruch auf mehrere Inseln, die Japan 2012 übernommen hat. Die Eilande sind begehrt, weil dort große Öl- und Gasvorkommen vermutet werden. Tokio wirft dem Nachbarn unlautere Methoden vor.

Ostchinesisches Meer - Chinesisches U-Boot (Reuters/Defense Ministry of Japan)

Chinesisches U-Boot im Ostchinesischen Meer (Archivbild)

Bei einem U-Boot, das in der Nähe mehrerer Inseln im Ostchinesischen Meer gesichtet wurde, handelt es sich nach Angaben aus Tokio um ein neuartiges Modell. Es sei ein atomgetriebenes Jagd-U-Boot, das mit Langstrecken-Marschflugkörpern bestückt werden könne, sagte der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera vor Journalisten. Durch den Vorgang habe China "einseitig die Spannungen erhöht".

Diese U-Boote könnten über viele Stunden umherfahren, so Onodera weiter. Aufgrund ihrer großen möglichen Tauchtiefe seien sie schwieriger zu entdecken. Onodera zeigte sich "äußerst besorgt". Das japanische Verteidigungsministerium hatte in der vergangenen Woche erklärt, ein chinesisches Kriegsschiff und ein U-Boot seien in der Nähe mehrerer Inseln aufgetaucht, auf die beide Staaten Gebietsansprüche erheben.

China: "Vorfall nicht bekannt"

China erklärte, drei Schiffe der chinesischen Küstenwache hätten "in territorialen Gewässern" vor den Inseln patrouilliert. Ziel sei eine "Aufklärung über die Aktivitäten der japanischen Seite" gewesen, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. Die Entsendung eines U-Boots bestätigte er nicht. "Ein solcher Vorfall ist mir nicht bekannt", sagte er.

Die umstrittenen Inseln im Ostchinesischen Meer werden in Japan Senkaku genannt, China bezeichnet sie als Diaoyu-Inseln. 2012 hatte Japan die Inseln vollständig übernommen. China akzeptierte das nicht, die Beziehungen zwischen beiden Staaten verschlechterten sich deutlich. Später gab es indes wieder Bemühungen um eine Entspannung.

jj/HF (afp, rtr)