IWF sagt Millionen Prozent Inflation für Venezuela voraus | Aktuell Amerika | DW | 09.10.2018
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IWF-Prognose

IWF sagt Millionen Prozent Inflation für Venezuela voraus

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht von einem totalen Kaufkraftverlust in Venezuela aus. Die Inflation wird sich nach Ansicht des IWF dermaßen steigern, dass die Wirtschaft praktisch zum Erliegen kommt.

Venezuela Inflation Warenwert Bolivar (Reuters/C. G. Rawlins)

Inflation pur - für ein Hähnchen muss der Venezolaner rund 14 Millionen Bolivar zahlen - etwa zwei Euro

Die Preissteigerung betrage am Ende des laufenden Jahres 1.370.000 Prozent, heißt es im Weltwirtschaftsbericht des Fonds, der in Indonesien vorgestellt wurde. Für das nächste Jahr prognostiziert der IWF gar Preisanstiege von zehn Millionen Prozent.

Zum Vergleich: Insgesamt bewegt sich der Preisanstieg in Lateinamerika bei rund sechs Prozent, im Krisenland Argentinien bei über 30 Prozent. Westliche Volkswirtschaften streben in der Regel eine Zielmarke von etwa zwei Prozent an, um Preisstabilität zu gewährleisten.

Dauerturbulenzen

Die IWF-Prognose für Venezuela wird allerdings von einigen Volkswirten kritisiert, weil eine Hyperinflation dieser Größenordnung kaum akkurat vorhergesagt werden könne. Venezuela ist das ölreichste Land der Welt. Doch die völlige Abhängigkeit der Volkswirtschaft von den Bodenschätzen sowie politische Fehlentscheidungen haben das Land in Turbulenzen gestürzt.

Symbolbild Wirtschaftskrise in Venezuela (Imago/ZUMA Press)

Nichts mehr zu holen: Supermarkt in Venezuela

Die Wirtschaftsleistung Venezuelas schrumpft dem IWF zufolge im dritten Jahr in Folge um einen zweistelligen Prozentsatz, in diesem Jahr um 18 Prozent. Binnen fünf Jahren sank dort das BIP pro Kopf nach IWF-Angaben um mehr als 35 Prozent, bis 2023 könnten es fast 60 Prozent sein. Der umstrittene Präsident Nicolás Maduro versucht mit Hilfe einer neuen Cryptowährung die Wirtschaft am laufen zu halten.

Tod eines Oppositionspolitikers

Unterdessen muss die Regierung Maduro erneut den gewaltsamen Tod eines Oppositionellen erklären. Nach dem Tod des inhaftierten Politikers, Fernando Albán, verlangt die UN eine "transparente Untersuchung". Albán habe sich in "staatlichem Gewahrsam" befunden, sagte die Sprecherin von UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet in Genf. Der Staat sei daher verpflichtet gewesen, seine Sicherheit, körperliche Unversehrtheit und Würde zu gewährleisten. Da es "widersprüchliche Informationen" über den Vorfall gebe, fordere die UN eine transparente Untersuchung, um die Umstände seines Todes aufzuklären.

Der Kommunalpolitiker Albán, der wegen eines mutmaßlichen Anschlagsversuchs auf Präsident Maduro in Haft saß, hatte sich nach Angaben der venezolanischen Behörden in einem Geheimdienstgebäude in Caracas das Leben genommen. Die Regierung erklärte, Alban habe sich beim Besuch der Toilette im zehnten Stock aus dem Fenster gestürzt.

Venezuela Caracas Politiker Alberto Alban Salazar in Haft gestorben (picture-alliance/AP Images/F. Llano)

Aus diesem Gebäude stürzte der Oppositionspolitiker Fernando Albán

Die regierungskritische Tageszeitung "El Nacional" berichtet dagegen, dass es in dem entsprechenden Gebäude im zehnten Stock gar keine Toilettenfenster gebe. Angehörige und Oppositionspolitiker werfen der Regierung vor, Alban getötet zu haben. Dem Politiker war vorgeworfen worden, an einem mutmaßlichen Drohnen-Attentat auf Präsident Nicolas Maduro vor einigen Wochen beteiligt gewesen zu sein.

cgn/rb (afp, dpa, kna)

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