Ivorischer Ministerpräsident Bakayoko an Krebs gestorben | Aktuell Afrika | DW | 10.03.2021
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Elfenbeinküste

Ivorischer Ministerpräsident Bakayoko an Krebs gestorben

Der Regierungschef der Elfenbeinküste, Hamed Bakayoko, ist in einer deutschen Klinik seiner Krankheit erlegen. Er hatte das Amt erst im vergangenen Jahr übernommen.

Präsident Alassane Ouattara gab den Tod Hamed Bakayokos (Artikelbild) im Fernsehsender RTI bekannt. Er nannte den Regierungschef "meinen Sohn und engen Vertrauten", der "viel zu früh aus unserer Mitte gerissen" worden sei.

Mitte Februar hatte sich Bakayoko, der auch Verteidigungsminister seines Landes war, zur Behandlung nach Frankreich begeben. Später war er ins deutsche Freiburg gebracht worden. Dort starb er an diesem Mittwoch, zwei Tage nach seinem 56. Geburtstag, an einer Krebserkrankung.

Bakayoko galt als Zögling - und möglicher Nachfolger - von Präsident Ouattara. Dieser pries ihn auf Twitter als "großen Staatsmann, Vorbild für die Jugend" sowie als "großzügige Persönlichkeit mit beispielhafter Loyalität".

Bakayoko hatte das Amt des Regierungschefs erst im Juli vergangenen Jahres angetreten, nachdem der bisherige Amtsinhaber Amadou Gon Coulibaly plötzlich verstorben war. Coulibaly litt unter Herzproblemen und hatte sich zuvor zwei Monate in Frankreich behandeln lassen.

Elfenbeinküste | Hamed Bakayoko und Alassane Ouattara

Hamed Bakayoko (l) empfängt im Juli 2020 den Glückwunsch von Präsident Alassane Ouattara nach seiner Ernennung zum Regierungschef

Coulibaly wie Bakayoko galten als Lieblinge des umstrittenen Präsidenten Ouattara, der sich Ende vorigen Jahres für eine von der Verfassung eigentlich nicht gestattete dritte Amtszeit hatte wählen lassen.

Der Versöhner wird fehlen

In der Politik der Elfenbeinküste galt der ehemalige Medienmanager Bakayoko als Vermittler zwischen den verfeindeten politischen Lagern, die sich seit Beginn der 2000er-Jahre einen erbitterten Bürgerkrieg geliefert hatten. "Er war eine Schlüsselfigur in der Politik und hat sich um die Aussöhnung der verschiedenen Lager verdient gemacht", sagte Issiaka Sangare, Sprecher der oppositionellen Partei "Ivorische Volksfront".

2003 war Bakayoko der erste Minister für Telekommunikation und Neue Technologien in der Elfenbeinküste. Diese Position hatte er bis zur umstrittenen Präsidentschaftswahl 2010 inne, deren Ergebnis der damalige Präsident Laurent Gbagbo nicht akzeptieren wollte und in deren Folge ein kurzer Bürgerkrieg ausbrach.

Nach dem Bürgerkrieg amtierte Bakayoko 2011 unter Präsident Ouattara als Innenminister. 2018 wurde der für seine hemdsärmelige Art berüchtigte Wahlkämpfer zum Bürgermeister von Abobo gewählt, eines armen Stadtbezirks der Hauptstadt Abidjan.

Wahl in Abwesenheit

Die Regierungsgeschäfte leitet nun - wie schon während Bakayokos krankheitsbedingter Abwesenheit - der ehemalige Generalsekretär des Präsidenten, Patrick Achi. Kommissarischer Verteidigungsminister ist Tene Birahima Ouattara, ein jüngerer Bruder des Präsidenten.

Die Folgen für die ivorische Politik sind noch nicht absehbar. Die Nachwahl um den Parlamentssitz für den Seguela-Distrikt am vergangenen Samstag gewann Bakayoko mit 90 Prozent der Stimmen, obwohl er wegen seiner Krankheit überhaupt keinen Wahlkampf führen konnte.

mak/bru (rtre, afpe, ape)