Ivanka Trump kritisiert Politik ihres Vaters | Aktuell Amerika | DW | 02.08.2018
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US-Präsidententochter

Ivanka Trump kritisiert Politik ihres Vaters

US-Präsident Donald Trump sieht sich mit Kritik aus seinem engsten Beraterkreis konfrontiert. Seine Tochter Ivanka Trump distanzierte sich öffentlich von der Migrationspolitik und den harten Medienattacken ihres Vaters.

Die Trennung von Migrantenfamilien an der Grenze sei ein "Tiefpunkt" gewesen, sagte Ivanka Trump auf der Konferenz des Nachrichtenportals "Axios" in Washington. Sie sei "sehr entschieden" gegen die Trennung von Eltern und Kindern, betonte die 36-Jährige, die einen offiziellen Beraterposten im Weißen Haus hat. Sie bezeichnete sich zudem selbst als "Tochter einer Immigrantin". Ihre Mutter Ivana Trump stammt aus der früheren Tschechoslowakei.

Die US-Behörden hatten im Zuge einer "Null Toleranz"-Politik gegenüber illegaler Zuwanderung rund 2500 Kinder an der Grenze zu Mexiko ihren Eltern weggenommen. Die Eltern wurden als Straftäter behandelt und inhaftiert, die Kinder auf Heime im ganzen Land verteilt. Erst nach einem Aufschrei der Empörung in der US-Öffentlichkeit stoppte Präsident Trump im Juni diese Praxis. Hunderte Migrantenfamilien wurden von den Behörden aber immer noch nicht wieder zusammengeführt.

Ivanka Trump: Medien sind nicht "Feinde des Volkes"

Auch widersprach Ivanka Trump der Behauptung ihres Vaters, der kritische Medien immer wieder als "Feinde des Volkes" bezeichnet. Auf die Frage, ob sie Medien ebenfalls für Feinde halte, sagte Ivanka: "Nein, das tue ich nicht." Sie wisse zwar aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühle, wenn man Opfer falscher Berichterstattung wird. "Aber nein, ich habe nicht das Gefühl, dass die Medien Feinde des Volkes sind."

USA Newseum in Washington - Ivanka Trump bei Axios360 News Shapers (Getty Images/A. Wong)

Ivanka Trump auf der Konferenz des Nachrichtenportals "Axios"

Ihr Vater reagierte umgehend mit einer Twitter-Nachricht auf die Aussage: "Sie haben meine Tochter Ivanka gefragt, ob die Medien die Feinde des Volkes sind. Sie hat korrekterweise nein gesagt. Es sind die FAKE NEWS, welche ein großer Teil der Medien sind, die die Feinde des Volkes sind", schrieb Donald Trump.

Trump schießt erneut gegen die Medien

Wenige Stunden später holte der US-Präsident zu einem erneuten Rundumschlag gegen die Berichterstattung der Medien aus. Trump nutzte eine Rede in Pennsylvania dazu, um immer wieder gegen Journalisten auszuteilen. "Was ist aus der freien Presse geworden? Was ist aus ehrlicher Berichterstattung geworden", fragte er und beklagte sich darüber, dass Medien seine Erfolge nicht würdigten. Stattdessen würden sie "Geschichten erfinden".

Die Berichterstattung über ihn sei "nur negativ". Als Beispiele dafür nannte er seine Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Trump bezeichnet kritische Berichterstattung über seine Politik regelmäßig als "Fake News". Kritische Medien hat er wiederholt "Feinde des Volkes" genannt. Der Präsident wirft ihnen vor, Verschwörungstheorien zu verbreiten und der Demokratie zu schaden.

Auch internationale Kritik an Trumps Medienschelte

Für seine Angriffe auf Medien gerät Trump auch international in die Kritik. "Seine Attacken sind strategisch, sollen das Vertrauen in die Berichterstattung untergraben und Zweifel an überprüfbaren Fakten schüren", schrieben die Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen und der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, David Kaye und Edison Lanza. "Wir sind besonders besorgt, dass diese Angriffe das Risiko erhöhen, dass Journalisten Gewalt ausgesetzt werden."

Auch der Herausgeber der "New York Times", A. G. Sulzberger, hatte  kürzlich kritisiert, mit seinen verbalen Angriffen gefährde Trump die Sicherheit von Journalisten. Tatsächlich werden Reporter bei Trump-Veranstaltungen immer wieder wüst beschimpft. Dies erlebte zuletzt CNN-Journalist Jim Acosta bei einem Auftritt des Präsidenten am Dienstag in Tampa im US-Bundesstaat Florida. Trump-Fans zeigten ihm den Stinkefinger und grölten "CNN ist beschissen!"

ww/nob (dpa, afp)

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