Italien schließt landesweit die Schulen wegen Corona | Aktuell Europa | DW | 04.03.2020
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Coronavirus

Italien schließt landesweit die Schulen wegen Corona

Im Kampf gegen COVID-19 greift Italien zu drastischen Maßnahmen. Vorerst sollen alle Schulen und Universitäten im Land geschlossen bleiben. Der Schutz vor Neuinfektionen ist am Limit.

Italien Coronavirus Universitäten sind geschloßen (Foto: Reuters/G. Mangiapane)

Online-Vorlesungen gibt es für die Studenten der Universität Bicocca in Mailand

Wegen der Verbreitung des neuartigen Coronavirus sollen alle Schulen und Universitäten im Land bis zum 15. März geschlossen bleiben, wie Schulministerin Lucia Azzolina mitteilte. Bisher waren vor allem in Norditalien die Schulen geschlossen, weil das Virus dort besonders umgeht. Ein Regierungssprecher erklärte, dass auch die Unis geschlossen bleiben sollen.

Italien ist in Europa das am schwersten von der Lungenkrankheit COVID-19 betroffene Land. Bis Mittwoch zählten die Behörden 107 Tote. Insgesamt haben sich fast 3100 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, teilte der Zivilschutz mit.

Hilfe aus Afrika

Die Furcht vor einer Ansteckung mit dem Virus steigt. Landesweit sind in Geschäften und Apotheken Desinfektionsmittel und Schutzmasken vergriffen. Seit Tagen gehen Behörden mit Großrazzien gegen kriminelle Personen vor, die Schutzausrüstung im Internet zu horrenden Preisen verkaufen. 

Italien Coronavirus Schulen sind geschloßen (Foto: Reuters/Y. Nardi)

In Norditalien öffnen Schulen schon seit mehreren Tagen nicht mehr ihre Tore für Kinder und Lehrer, wie hier in Bareggio in der Nähe von Mailand

Ein hochrangiger Vertreter der italienischen Zivilschutzbehörde sagte, sein Land bekomme 800.000 Schutzmasken aus Südafrika, brauche aber mindestens zehn Millionen weitere. 

Europa rüstet sich 

Europaweit bereiten sich die Länder auf einen anhaltenden Kampf gegen das Coronavirus  vor. Betroffene Länder greifen verstärkt angesichts der Unterversorgung oder stark ansteigenden Preisen bei Schutzausrüstung durch. Die deutsche Bundesregierung untersagte nun die Ausfuhr etwa von Atemmasken, Handschuhe und Schutzanzüge. Der Krisenstab aus Vertretern des Bundesgesundheits- und Innenministeriums in Berlin teilte mit, Ausnahmen seien nur unter engen Voraussetzungen im Rahmen konzertierter internationaler Hilfsaktionen möglich. Auch wird das Bundesgesundheitsministerium die Beschaffung medizinischer Schutzausrüstung für Arztpraxen, Krankenhäuser und Bundesbehörden übernehmen. In Deutschland wurden bisher 240 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt.

Die russische Regierung untersagte die Ausfuhr von 17 Utensilientypen, darunter Schutzmasken und -anzüge, Handschuhe sowie Atemgeräte. Frankreich ließ alle Vorräte sowie die Produktion von Schutzmasken beschlagnahmen. Diese sollen nur noch auf Rezept ausgegeben werden. Während in China und Südkorea die Zahl der Neuinfektionen laut WHO zurückging, sorgten neue Ansteckungen etwa in Polen und weitere Todesfälle im Iran und im Irak für Beunruhigung. 

Polens erster Fall 

WHO-Chef Tedros Adhanom hatte zuvor gewarnt, "wachsende Nachfrage, Hamsterkäufe und Zweckentfremdung" von Masken und Schutzbrillen gefährdeten weltweit den Kampf gegen das neuartige Coronavirus. 

Polen meldete seine erste Infektion. Wie der behandelnde Arzt und Gesundheitsminister Lukasz Szumowski mitteilten, war der Patient am 2. März aus Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt, wo er Karneval gefeiert hatte, und mit starkem Fieber in ein Krankenhaus im westpolnischen Zielona Gora eingeliefert worden. Einen ersten Fall meldeten auch die EU-Institutionen: Ein Mitarbeiter der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) in Brüssel wurde positiv auf das Virus getestet.

sam/uh (afp, dpa) 

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