Israels Regierungschef in Ägypten | Aktuell Nahost | DW | 13.09.2021
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Nahost

Israels Regierungschef in Ägypten

Ungetrübt gute Nachbarschaft sieht anders aus als das, was man seit Jahrzehnten im Nahen Osten erleben kann. Aber immerhin spricht man miteinander - und jetzt auch wieder gemeinsam in Ägypten.

Ägypten Scharm el Scheich | Treffen Ministerpräsident Israel Bennett und Präsident al-Sisi

Naftali Bennett (links) in Scharm el-Scheich mit dem ägyptischen Präsidenten al-Sisi

Zehn Jahre lang ist kein israelischer Ministerpräsident mehr nach Ägypten gereist, nun hat sich Naftali Bennett im Badeort Scharm-el-Scheich mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi getroffen. Beide tauschten sich über die "Wiederbelebung des Friedensprozesses zwischen Israelis und Palästinensern" aus, wie Präsidentensprecher Bassam Radi mitteilte.

Ägypten, das an den südlichen Gazastreifen grenzt, spielte im Mai bereits eine wichtige Vermittler-Rolle, als der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern wieder eskalierte. Ägypten ist neben Jordanien das einzige arabische Nachbarland, das einen Friedensvertrag mit dem jüdischen Staat unterzeichnet hat.

Beide palästinensischen Seiten 

Kairo empfängt regelmäßig sowohl Vertreter der radikalislamischen Hamas als auch der von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geleiteten Autonomiebehörde. Zugleich unterhält Ägypten diplomatische Beziehungen mit Israel. Das letzte Treffen zwischen einem ägyptischen Präsidenten und einem israelischen Regierungschef war 2011, als der langjährige ägyptische Staatschef Hosni Mubarak den damaligen israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu empfing.

Bennetts Besuch sei ein "wichtiger Schritt angesichts der Entwicklung der Sicherheits- und Wirtschaftsbeziehungen" zwischen den beiden Ländern und ihrer "gemeinsamen Sorge" um den Gazastreifen, sagte der Experte für ägyptische Außenpolitik, Nael Schama, laut der Nachrichtenagentur AFP. Das Treffen sei auch mit Blick auf das ägyptische Vorhaben wichtig, "die politischen Gespräche zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde wiederzubeleben".

Empfänger von Militärhilfe

Israel und Ägypten sind zwei der wichtigsten Verbündeten Washingtons in Nahost und erhalten umfangreiche Militärhilfe der USA. Kairo wolle in diesem Zusammenhang der Regierung von US-Präsident Joe Biden "einmal mehr seine unverzichtbare Rolle bei der Stabilisierung des Konflikts" zwischen Palästinensern und Israelis signalisieren, vermutete Schama.

ml/rb (afp, rtr, dpa)

 

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