Israels Luftwaffe tötet Palästinenser im Gazastreifen | Aktuell Nahost | DW | 01.11.2013
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Aktuell Nahost

Israels Luftwaffe tötet Palästinenser im Gazastreifen

Israel hat wieder Stellungen im Gazastreifen bombardiert. Vier Palästinenser starben. Es waren die schwersten Auseinandersetzungen seit einem Jahr.

Das israelische Militär teilte mit, die Luftwaffe habe eine Tunnelanlage bombardiert. Das unterirdische Bauwerk habe als Waffenlager gedient und sollte für Angriffe auf Israel genutzt werden. Bei dem Luftschlag starben nach Angaben der im Gazastreifen regierenden Hamas drei ihrer Mitglieder.

Kämpfe auch an einem zweiten Tunnel

Bereits wenige Stunden zuvor war es an einem anderen Tunnel zu einem Gefecht gekommen, nachdem israelische Soldaten dort die unterirdische Anlage teilweise gesprengt hatten. Dabei wurden ein weiterer Palästinenser getötet und fünf israelische Soldaten verletzt.

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Zusammenstöße im Gazastreifen

An der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen war es in den vergangenen zwölf Monaten relativ ruhig. Beide Seiten hielten sich weitgehend an einen im vergangenen November unter Vermittlung Ägyptens geschlossenen Waffenstillstand. Nun warf das israelische Militär der Hamas allerdings vor, mit den Tunnelarbeiten gegen den Geist des Abkommens verstoßen zu haben.

Nach Angaben der israelischen Behörden hatte eine der Tunnelanlagen eine Länge von 1,7 Kilometern. Die Röhre soll in etwa 18 Metern Tiefe unter dem Grenzzaun hindurch bis nach Israel gegraben worden sein. Die Hamas habe den Tunnel auch angelegt, um Israelis zu entführen, hieß es aus Tel Aviv und Jerusalem.

Auch im Westjordanland haben sich die Spannungen in jüngster Zeit verschärft. Seit Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen Israel und der mit der Hamas konkurrierenden Palästinenser-Regierung im Juli wurden dort acht Palästinenser und drei Israelis getötet.

Der Siedlungsbau lastet weiter auf den Verhandlungen

Belastend für die Gespräche sind insbesondere die israelischen Pläne für den Ausbau jüdischer Siedlungen. Der geplante Bau neuer Wohnungen für jüdische Siedler wird international kritisiert, auch von der deutschen Bundesregierung. "Nach unserer Überzeugung sollte die israelische Regierung von diesen Plänen absehen und die Friedensgespräche nicht durch einseitige Maßnahmen gefährden", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Der Siedlungsbau in den besetzten Gebieten verstoße gegen internationales Recht.

Es gibt allerdings auch Signale der Entspannung. So hatte Israel erst vor wenigen Tagen mehrere Palästinenser aus der Haft entlassen. Und: Direkt nach den Angriffen im Gazastreifen erklärte ein ranghoher Regierungsvertreter, man sei nicht an einer Eskalation der Lage interessiert.

haz/uh (rtr, dpa, ap)

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