Israel verkleinert Fangzone der Palästinenser | Aktuell Nahost | DW | 06.10.2018
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Nahost

Israel verkleinert Fangzone der Palästinenser

Als Reaktion auf die schweren Zusammenstöße an der Grenze zum Gazastreifen vom Freitag hat Israel seine Wirtschaftsblockade ausgeweitet. Betroffen ist der palästinensische Fischfang.

Israel Palästina Gaza | Fischer (picture-alliance/NurPhoto/M. Fathi)

Palästinensische Fischer vor dem Gazastreifen

Das Gebiet, in dem die palästinensischen Bewohner des Gazastreifens fischen dürfen, ist von neun auf sechs Seemeilen (elf Kilometer) vor der Küste reduziert worden. Die entsprechende Anordnung kam vom israelischen Verteidigungsminister Avigdor Lieberman, wie sein Ministerium mitteilte.

Gemäß den Osloer Friedensverträgen zwischen beiden Seiten ist den Palästinensern der Fischfang bis zu einer Entfernung von 20 Seemeilen vor der Küste des Gazastreifens erlaubt. Vor mehr als zehn Jahren verhängte Israel eine Wirtschaftsblockade gegen die Palästinenserregion. Jetzt wurden diese Sanktionen ausgeweitet. 

Fischer in Gaza (DW/B.Marx)

Der Fischmarkt in Gazastadt (Archivbild)

Drei Palästinenser erschossen

Laut Verteidigungsministerium entschied sich Lieberman zu der weiteren Einschränkung der Fangregion angesichts der heftigen Unruhen vom Freitag. Dabei erschossen israelische Soldaten nach palästinensischen Angaben drei Palästinenser, darunter einen zwölfjährigen Jungen. 376 Palästinenser wurden verletzt, davon 126 durch Schüsse.

Die israelische Armee teilte mit, etwa 20.000 Palästinenser hätten sich an verschiedenen Orten entlang der Grenze versammelt. Teilnehmer der Proteste hätten Granaten, Sprengsätze und Steine auf die Soldaten hinter dem Grenzzaun geschleudert. Die Soldaten hätten auch mit scharfer Munition geschossen.

Seit Ende März gibt es an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel immer wieder freitags Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der Armee. Fast 200 Palästinenser und ein israelischer Soldat wurden seitdem getötet.

se/jmw (afp, dpa, rtr)

     

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