Israel fliegt nach Raketenbeschuss Vergeltungsangriffe im Gazastreifen | Aktuell Nahost | DW | 20.06.2018
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Nahost-Konflikt

Israel fliegt nach Raketenbeschuss Vergeltungsangriffe im Gazastreifen

Nach einem palästinensischen Angriff mit 45 Geschossen hat Israel zahlreiche Ziele im Gazastreifen bombardiert. Israels Armee sei bereit, "ihre Aktivitäten notfalls zu verstärken", hieß es.

Explosionen während des Luftangriffs in Rafah im südlichen Gazastreifen (Getty Images/AFP/S. Khatib)

Explosionen während des Luftangriffs in Rafah im südlichen Gazastreifen

Der Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen ist erneut gefährlich eskaliert. Aus dem Palästinensergebiet wurden in der Nacht rund 45 Geschosse auf israelisches Gebiet abgefeuert, wie die israelische Armee mitteilte. Israels Luftwaffe griff bis zum Morgen 25 Ziele im Gazastreifen an. 

Sieben der auf Israel abgefeuerten Geschosse seien von der Raketenabwehr Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden, hieß es in der Mitteilung der Armee. Mindestens drei hätten ihr Ziel verfehlt und seien im Gazastreifen selbst eingeschlagen. Eine Rakete schlug nach Angaben der israelischen Polizei in der Nähe eines Kindergartens ein, eine weitere innerhalb eines Ortes in Grenznähe. Es gebe keine Berichte über Verletzte. 

Raketen des Abwehrsystems Iron Dome starten gegen den Beschuss aus Gaza (Getty Images/AFP/M. Hams)

Raketen des Abwehrsystems Iron Dome starten gegen den Beschuss aus Gaza

Bei den israelischen Luftangriffen seien unter anderem elf Ziele in vier Militäreinrichtungen der im Gazastreifen herrschenden Hamas bombardiert worden, so die Armee weiter. Drei Menschen wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Gaza verletzt, darunter zwei Hamas-Polizisten. 

Israel macht die Hamas für alle Angriffe aus dem seit mehr als zehn Jahren blockierten Küstenstreifen am Mittelmeer verantwortlich. Die Armee sei bereit, "ihre Aktivitäten notfalls zu verstärken". "Die Terrororganisation Hamas hat während der gesamten Nacht Zivilisten mit einem schwerwiegenden Raketenangriff bedroht und zwingt den Gazastreifen und seine Zivilbevölkerung auf einen zunehmend gefährlichen Weg", erklärte die Armee.

Ende vergangenen Monats war es bereits zu einer ähnlichen Eskalation gekommen. Mit ägyptischer Hilfe konnte die Lage jedoch wieder etwas beruhigt werden. Die Situation eskalierte nun erneut, nachdem Israels Luftwaffe als Reaktion auf Angriffe von Palästinensern mit Branddrachen Ziele der Hamas bombardierte. International wird die Lage mit Sorge betrachtet. Der UN-Sondergesandte für den Nahen Osten, Nikolai Mladenow, warnte jüngst vor einem neuen Gazakrieg.

Beerdigung einer bei den Protesten an der Grenze getöteten Krankenschwester in Gaza Anfang Juni(picture-alliance/Zumapress/H. Jedi)

Beerdigung einer bei den Protesten an der Grenze getöteten Krankenschwester in Gaza Anfang Juni

Seit Ende März sind bei Massenprotesten und Konfrontationen an der Gaza-Grenze nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 130 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet und Tausende verletzt worden. Die Palästinenser fordern ein Ende der israelischen Blockade, die von Ägypten mitgetragen wird. Außerdem pochen sie auf eine Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge in israelisches Staatsgebiet, was Israel jedoch ablehnt. 

stu/kle (dpa, afp)
 

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