Israel beschließt Wochenend-Lockdown | Aktuell Nahost | DW | 17.07.2020
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Pandemie

Israel beschließt Wochenend-Lockdown

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen müssen die Menschen in Israel eine Reihe neuer Restriktionen hinnehmen. Die Regierung setzt vorerst auf eine Art "Lockdown light".

Israel Zweite Welle von Corona

Polizeikontrolle in Jerusalem

In Israel müssen bis auf weiteres an jedem Wochenende Restaurants, Geschäfte, Einkaufszentren, Sporteinrichtungen, Friseure und Schönheitssalons geschlossen bleiben. Auch Bibliotheken, Museen, Zoos und andere Touristenattraktionen dürfen von Freitagabend bis Sonntagmorgen nicht öffnen, wie das Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu und das Gesundheitsministerium des Landes mitteilten. Zudem werde der Straßenbahnverkehr an den Wochenenden ausgesetzt.

Zusammenkünfte werden demnach ab diesem Freitag auf höchstens zehn Menschen in geschlossenen Räumen und 20 Personen im Freien beschränkt. Ausnahmen gibt es für Arbeitsplätze mit einer entsprechenden Genehmigung und für Mitglieder derselben Kernfamilie. Ab dem 24. Juli sollen an den Wochenenden auch Israels Strände gesperrt werden.

(Noch) keine Ausgangssperre

Die Einschränkungen dienten dazu, "eine allgemeine Ausgangssperre zu verhindern", hob die Regierung hervor. "Jeder Verstoß gegen diese Restriktionen wird als strafrechtliches Vergehen betrachtet", warnte sie.

Begründet wurden die neuen Maßnahmen mit dem "starken Anstieg der Sterblichkeit im Zusammenhang mit dem Coronavirus" in Israel. In dem Neun-Millionen-Einwohner-Land wurden bisher schon mehr als 46.000 Corona-Infektionen registriert, 387 Infizierte starben nach Angaben der US-Universität Johns Hopkins (Datenstand: 17.07.2020).

Zuletzt wurden in Israel mehr als 2300 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden registriert - ein Rekordhoch. Zum Vergleich: In Deutschland kletterte die Zahl der Corona-Fälle um 583 - bei neun Mal mehr Einwohnern.

Israelis protestieren gegen die COVID-19-Politik der Regierung

Tel Aviv, vorige Woche: Massenprotest gegen das Corona-Krisenmanagement der israelischen Regierung

Zu Beginn der Pandemie hatte die israelische Regierung eine großflächige Ausbreitung des Virus verhindert, indem sie Mitte März eine strikte Ausgangssperre verhängte. Mitte Mai lag die Zahl der täglichen Neuinfektionen in dem Land im niedrigen zweistelligen Bereich. Daraufhin waren Ende Mai eine Reihe von Corona-Regeln gelockert worden.

wa/se (afp, dpa, rtr)

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