Israel baut Abwehrsystem gegen Hisbollah-Tunnel | Aktuell Welt | DW | 19.01.2020
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Naher Osten

Israel baut Abwehrsystem gegen Hisbollah-Tunnel

Sie sind bis zu 800 Meter lang, 55 Meter tief, belüftet und elektrifiziert. Nachdem Israel im vergangenen Jahr einige dieser Tunnel an der libanesischen Grenze entdeckt hat, will es nun ein Warnsystem aufbauen.

Libanon l Hisbollah-Tunnel - Israel baut Anti-Tunnel-Warnsystem zum Libanon (picture alliance/AP Photo/S. Scheiner)

Ein Hisbollah-Tunnel, den die israelische Armee 2019 entdeckt hatte (Archivbild)

Israel nennt sie "Angriffstunnel" und meint die Tunnelsysteme der schiitischen Hisbollah in der Grenzregion zum Libanon. Bei dem neuen Abwehrsystem gegen die Grenztunnel handele es sich um ein unterirdisches Überwachungssystem, das auf akustische oder seismische Signale reagiere, sagte Militärsprecher Jonathan Conricus. Diese könnten auf unterirdisches Gräben hinweisen.

Im vergangenen Jahr hatte Israels Armee nach eigenen Angaben den letzten von der Schiitenmiliz Hisbollah angelegten Tunnel an der Grenze zwischen dem Libanon und Israel zerstört. Mitarbeiter der UN-Friedensmission UNIFILL im Libanon hatten die Existenz von insgesamt drei Tunneln bestätigt, welche nach Israel führten. Laut UNIFILL verstießen diese gegen die Resolution des UN-Sicherheitsrats, mit der 2006 der Krieg zwischen dem Libanon und Israel beendet wurde. Nach israelischen Angaben handelte es sich um "Angriffstunnel" der Hisbollah, die Attacken auf israelische Zivilisten dienten.

Libanon l Hisbollah-Tunnel - Israel baut Anti-Tunnel-Warnsystem zum Libanon l Zerstörung 2018 (picture alliance/dpa/IDF)

Bereits 2018 zerstörte das israelische Militär Tunnelsysteme der Hisbollah im Grenzgebiet (Archiv)

Sprecher Conricus sagte weiter, dass es momentan keine Geheimdienstinformationen über mögliche neue Tunnel im Grenzgebiet zum feindlichen Nachbarland gebe. "Wir gehen davon aus, dass es keine neuen Tunnel gibt, die vom Libanon nach Israel führen", sagte er. Das neue Warnsystem sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. Der Bau beginne in der Nähe der Ortschaft Misgav Am nahe der Grenze.

Es seien weitere Stationen entlang der Grenze geplant. Der Bau erfolge nur auf der israelischen Seite der Grenze und man habe UNIFILL vorsichtshalber über das Projekt informiert. "Unsere Aktivitäten könnten auf der anderen Seite gesehen und gehört werden." Man gehe davon aus, dass die Bauarbeiten rund zwei Monate dauern werden. Israel baut zudem zum Schutz vor Angriffen der Hisbollah entlang der Nordgrenze eine bis zu neun Meter hohe und rund 130 Kilometer lange Sperranlage.

nob/fab (dpa, afp, rtr)

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