Islamisten sollen Anschläge vorbereitet haben | Aktuell Deutschland | DW | 14.01.2020
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Terrorismusverdacht

Islamisten sollen Anschläge vorbereitet haben

In vier Bundesländern hat die Polizei Wohnungen und Häuser durchsucht. Es gibt den Verdacht, dass von dort Anschläge geplant wurden. Allzu weit sollen die Verdächtigen aber nicht gekommen sein.

Eine konkrete Anschlagsgefahr habe "nach jetzigem Informationsstand" noch nicht bestanden, so die Berliner Generalstaatsanwaltschaft. Die Verdächtigen im Alter von 23 bis 28 Jahren sollen aber bereits "Örtlichkeiten für einen etwaigen späteren islamistisch motivierten Anschlag" ausgespäht haben. Die Durchsuchungen fanden in neun Orten in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen statt. Der Vorwurf gegen die Männer lautet, an der Vorbereitung einer "schweren staatsgefährdenden Gewalttat" beteiligt zu sein; mit diesem Begriff umschreiben die Behörden normalerweise geplante Terroranschläge.

Verdächtige sollen aus Tschetschenien stammen

Anlass für die Durchsuchungen bot anscheinend einer der Verdächtigen. Bei dem Mann, der tschetschenischer Abstammung sein soll, seien bei einer Polizeikontrolle Bilder auf dem Handy gefunden worden, die die Behörden stutzig machten. Die Durchsuchungen sollen Klarheit über die wirkliche Motivlage bringen, so die Ermittler. Es seien Bargeld, Hieb- und Stichwaffen sowie Datenträger gefunden und beschlagnahmt worden. Die Auswertung dauert noch an; es waren rund 180 Einsatzkräfte des Berliner Landeskriminalamts sowie auswärtiger Polizeistellen an den Durchsuchungen beteiligt.

Die Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus an der Grenze zu Georgien gilt seit Jahrzehnten als Konfliktregion. Nach langer Flucht vor Krieg und Terror leben heute ethnische Tschetschenen in aller Welt verstreut. Nach dem Zerfall der Sowjetunion verhinderte Russland eine Abspaltung des Gebietes in zwei Kriegen mit Zehntausenden Toten. Terroristen trugen den Kampf immer wieder nach außen.

bru/stu (dpa,afp)