Islamischer Dschihad verkündet Feuerpause | Aktuell Nahost | DW | 27.10.2018
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Nahost-Konflikt

Islamischer Dschihad verkündet Feuerpause

Bei gewaltsamen Protesten werden fünf Palästinenser getötet. Die Hamas feuert Raketen auf Israel. Deren Luftwaffe übt prompt Vergeltung. Nun haben palästinensische Extremisten eine Waffenruhe verkündet.

Israelische Luftangriffe auf Gazastreifen (picture alliance/ZUMA/N. Alwaheidi)

Feuerball in Gaza

Nachdem militante Palästinenser seit Freitag insgesamt 30 Raketen auf israelische Ziele feuerten, griff die israelische Luftwaffe in der Nacht rund 80 Ziele im von der Hamas kontrollierten Gazastreifen an. Die Gewalt nährt die Sorge vor einem neuen Krieg. Nun erklärte die Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad, die sich zu den Raketenangriffen bekannt hatte, eine Feuerpause. 

Diese Entscheidung folge auf Bemühungen Ägyptens, eine Waffenruhe zu erzielen und eine weitere Eskalation zu verhindern, hieß es in einer Stellungnahme der Gruppierung. Man werde sich daran halten, wenn Israel es auch tue. Kurz zuvor hatten die militärischen Flügel mehrerer palästinensischer Gruppierungen, darunter auch Hamas, in einer gemeinsamen Stellungnahme noch ihre Bereitschaft zum Krieg erklärt.

GAZA CITY, GAZA Israelische Luftangriffe auf Gazastreifen (picture alliance/Anadolu Agency/A. Jadallah)

Israel setzte Kampfflugzeuge und Helikopter für die mehr als zwei Stunden dauernden Vergeltungsschläge ein

Grund für die erneute Eskalation des Konflikts sind vier Palästinenser, die bei gewaltsamen Protesten am Freitag von israelischen Soldaten getötet worden waren. Ein fünfter erlag seinen Verletzungen. Nach Militärangaben versammelten sich rund 16.000 Palästinenser an verschiedenen Orten an der Gaza-Grenze. Einige davon hätten Sprengsätze und Steine auf israelische Soldaten geworfen.

Die Demonstranten fordern eine Aufhebung der seit mehr als einem Jahrzehnt herrschenden Gaza-Blockade sowie eine Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge in Gebiete, die heute zu Israel gehören. Bisher wurden bei den Protesten, die seit Ende März stattfinden, mehr als 200 Palästinenser getötet.

Im Gazastreifen leben mehr als zwei Millionen Menschen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Elektrizität. Die dort herrschende Hamas wird von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft.

jv/jj (dpa, rtr, ap)

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