Irans Frauen dürfen zum Public Viewing ins Stadion | Sport | DW | 20.06.2018
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WM 2018

Irans Frauen dürfen zum Public Viewing ins Stadion

Nach nationalen und internationalen Protesten haben die iranischen Behörden den Frauen im Land vorerst Zugang zum Fußballstadion gestattet. Diese Zusage gilt allerdings erstmal nur für eine Partie. Das kann sich ändern.

Fan-Protest gegen die Verbannung von iranischen Frauen aus den Stadien (Foto: picture-alliance/SvenSimon/E. Kremser)

Fan-Protest gegen die Verbannung von iranischen Frauen aus den Stadien

Fußball-interessierte Frauen dürfen im Iran nun doch ein Stadion zum Public Viewing besuchen. Laut der Nachrichtenagentur Isna gilt die Erlaubnis aber nur für das Public Viewing des WM-Spiels Iran gegen Spanien am Mittwoch. In den Stadien Azadi und Takhti in der Hauptstadt Teheran können Frauen auf der Familientribüne das Spiel auf einer großen Leinwand live verfolgen. Es wäre das erste Mal seit der islamischen Revolution 1979, dass sich Frauen legal im Asadi-Stadion aufhalten.

Frauenaktivisten zeigten sich jedoch zuversichtlich, dass dies der Beginn einer neuen Entwicklung sein könnte: "Wenn alles glatt laufen sollte, könnte dies ein Auftakt sein für die generelle Aufhebung des Stadionverbots für die Frauen", sagte die Abgeordnete Tajebeh Siawoshi der Isna.  Auch das Public-Viewing-Verbot in Parks und anderen öffentlichen Anlagen wurde dem Bericht zufolge - zumindest für das Spiel gegen Spanien - aufgehoben.

Stadionverbot seit fast 40 Jahren in Kraft

Beim ersten WM-Spiel gegen Marokko am Freitag galt noch ein Verbot. Dennoch waren nach der Partie spätabends auch viele Frauen auf den Straßen unterwegs, um den iranischen Sieg zu feiern. Laut Augenzeugenberichten nahmen manche ihre Kopftücher ab tanzten mit den männlichen Fans bis in die frühen Morgenstunden. 

Iranische Frauen und Männer feiern gemeinsam auf den Straßen Teherans

Iranische Frauen und Männer feiern gemeinsam auf den Straßen Teherans

Das Stadionverbot für Frauen ist seit fast 40 Jahren in Kraft. Nach Ansicht des erzkonservativen Klerus haben sie in Fußballstadien mit frenetischen männlichen Fans und markigen Slogans nichts zu suchen. Eine Argumentation, die nicht nur für weibliche Fans schwer nachvollziehbar ist. "Die Frauen können ja nicht bestraft werden, wenn Männer in den Stadien vulgäre Dinge von sich geben", hatte sogar Präsident Hassan Ruhani, selbst ein Kleriker, gesagt.

 Bei der WM in Russland hatten iranische Fans und Frauenaktivistinnen mit Plakaten auf den Tribünen gegen das Stadionverbot protestiert. Die FIFA hatte die Initiative ausdrücklich erlaubt.

jst/ck (dpa)

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