Iranischer Präsident Rohani präsentiert neue Luftabwehr-Raketen | Aktuell Welt | DW | 21.08.2016
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Welt

Iranischer Präsident Rohani präsentiert neue Luftabwehr-Raketen

"Glaube an sich" - so lautet die Übersetzung von Teherans neuem Flugabwehr-System "Bawar 373". Der Name ist Programm: Nach dem Ende des Atomstreits geben sich der Iran und sein Präsident selbstbewusster denn je.

Der iranische Präsident Hassan Rohani und Verteidigungsminister Hossein Dehghan haben neue Luftabwehr-Raketen vom Typ "Bawar 373" ("Glaube-an-sich-373") vorgeführt, die nach offiziellen Angaben Marschflugkörper, Drohnen, Kampfflugzeuge und ballistische Raketen zerstören können. Die staatlichen Medien zeigten Bilder der beiden Politiker bei der Präsentation des Abwehrsystems in der Hauptstadt Teheran.

"Mit Weltmächten am Verhandlungstisch wegen Irans nationaler Stärke"

Dehghan sagte, das Flugabwehr-System solle den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) stärken und diene damit der Sicherheit aller Länder in der Region. Rohani betonte in einer TV-Ansprache, der Rüstungshaushalt sei im Vergleich zu 2015 verdoppelt worden. "Wenn wir mit den Weltmächten am Verhandlungstisch sitzen, so ist dies wegen unserer nationalen Stärke", unterstrich Rohani.

Verteidigungsminister Dehghan und Präsident Rohani (von links) bei der Vorführung der Raketen in Teheran (Foto: Reuters/President.ir)

Verteidigungsminister Dehghan (li.) und Präsident Rohani (2. v. li.) bei der Vorführung der Raketen in Teheran

Die Entwicklung der eigenen iranischen Luftabwehrraketen war 2010 beschlossen worden, als die Lieferung des russischen Systems S-300 wegen UN-Sanktionen eingestellt wurde. Drei Jahre zuvor hatten Teheran und Moskau einen Vertrag im Wert von etwa 740 Millionen Dollar für das Flugabwehr-System S-300 unterschrieben. Die Lieferung wurde aber wegen des Konflikts über das iranische Atomprogramm ausgesetzt.

Nach Ende des Atomstreits hat Moskau im April mit der Lieferung der S-300 begonnen und der Vertrag soll bis zum Jahresende ganz erfüllt werden. Minister Dehghan erklärte in Teheran, das System Bawar 373 biete "alle Fähigkeiten des Systems S-300". Die Iraner hätten aber nicht eine "iranische Version des S-300 gebaut", sondern "ein iranisches System".

Auch Vorstellung von erstem eigenen Kampfjet-Triebwerk

Mitte Januar waren nach dem Inkrafttreten des im Juli 2015 abgeschlossenen internationalen Atomabkommens die meisten Handels- und Finanzsanktionen gegen den Iran aufgehoben worden. Das Abkommen zielt darauf ab, Teheran an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Die UN-Resolution 2231, mit der das Atomabkommen gebilligt worden war, verbietet Teheran die Entwicklung ballistischer Raketen, die mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden können.

Rohani präsentierte auch das erste im Iran entwickelte Triebwerk für einen Kampfjet. Mit Hilfe dieses Triebwerks könnten Kampfflugzeuge in eine Höhe von bis zu 15.000 Metern aufsteigen, sagte der Präsident. Der Iran sei "eines von acht Ländern weltweit", die diese Technologie beherrschten.

sti/mak (afp, dpa)