Iranischer Benzin-Tanker erreicht Venezuela | Aktuell Amerika | DW | 24.05.2020
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Trotz Warnungen der USA

Iranischer Benzin-Tanker erreicht Venezuela

Das Schiff ist der erste von fünf iranischen Benzin-Tankern, die in Venezuela erwartet werden. Sie bringen nach Regierungsangaben insgesamt mehr als 1,5 Millionen Barrel Treibstoff.

Venezuela Raffinerie in Puerto Cabello (Imago Images/ZUMA Press/J. C. Hernandez)

Raffinerie El Palito in Puerto Cabello: Im Hafen der Stadt soll die brisante Fracht aus dem Iran gelöscht werden

"Der erste iranische Tanker ist an den Küsten Venezuelas angekommen. Wir danken den Bolivarischen Streitkräften für ihre Eskorte", schrieb die iranische Botschaft in Caracas im Kurznachrichtendienst Twitter. Venezolanische Militärschiffe hatten den Tanker nach Angaben von Ölminister Tareck El Aissami auf dem letzten Abschnitt der Fahrt begleitet. 

Die jetzt kurz vor dem Ziel angelangte "Fortune" soll ihre Ladung im Hafen von Puerto Cabello löschen. In den nächsten Tagen werden dann vier weitere Tanker aus dem Iran erwartet.

Iran warnt die USA vor Einmischung

Die Lieferungen drohen die Spannungen mit den USA zu verschärfen, die sowohl Venezuela als auch den Iran mit harten Wirtschaftssanktionen belegt haben. Die US-Regierung will alle iranischen Ölexporte möglichst unterbinden. Die Vereinigten Staaten hatten erst kürzlich ihre Marinepräsenz in der Karibik verstärkt, was offiziell mit einem Anti-Drogen-Einsatz begründet wurde.

Am Samstag hatte der iranische Präsident Hassan Rohani die USA vor Angriffen auf die Schiffe gewarnt. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Venezuela und der Iran angesichts der US-Sanktionen gegenseitig helfen. In den Jahren 2010-2011 schickte der staatliche Ölkonzern PDVSA Treibstoff in den Iran.

Venezuelas linksgerichteter Staatschef Nicolás Maduro hatte dem Iran am Mittwoch in einer Fernsehansprache für die Unterstützung gedankt. Venezuela leidet schon seit Jahren unter einer schweren Wirtschaftskrise, die zuletzt durch die Coronavirus-Pandemie verschlimmert wurde. Obwohl das Land die größten Ölvorkommen der Welt hat, ist es wegen zu geringer Raffineriekapazitäten auf Treibstofflieferungen angewiesen.

Zudem ist Venezuela in einen erbitterten Machtkampf zwischen Maduro und dem Oppositionsführer Juan Guaidó verstrickt. Parlamentspräsident Guaidó hatte sich zu Beginn des vergangenen Jahres selbst zum Übergangspräsidenten ausgerufen. Er wird von der Regierung von US-Präsident Donald Trump unterstützt. Der Iran steht - ebenso wie Russland - hinter Maduro.

hf/mak (rtr, afp, dpa)