Iranischer Öltanker soll gegen Zusicherung frei kommen | Aktuell Europa | DW | 13.07.2019
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Tanker-Zwischenfall

Iranischer Öltanker soll gegen Zusicherung frei kommen

Im Streit zwischen London und Teheran über einen in Gibraltar festgesetzten iranischen Öltanker gibt es erste Anzeichen einer Entspannung. Möglicherweise kann das Schiff bald wieder Kurs auf seinen Heimathafen nehmen.

Der britische Außenminister Jeremy Hunt stellte eine Freigabe des Schiffes durch die Behörden in dem britischen Territorium auf der iberischen Halbinsel in Aussicht, sollte der Iran zusichern, dass die Ladung nicht für Syrien bestimmt ist. Das teilte Hunt nach einem Telefongespräch mit seinem iranischen Kollegen Mohamed Dschawad Sarif per Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Sarif habe versichert, dass der Iran das Problem lösen wolle und keine Eskalation suche, betonte Hunt. Eine Bestätigung aus Teheran für die Angaben gab es zunächst nicht.

Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den Supertanker "Grace 1" in der vergangenen Woche vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen nach Syrien festgesetzt. Der Kapitän und drei weitere Mitglieder der Besatzung wurden vorübergehend festgenommen, aber inzwischen wieder gegen Kaution freigelassen. Sollte das Schiff nach Syrien unterwegs gewesen sein, wäre das ein Verstoß gegen europäische Sanktionen. Die EU stellt seit 2011 Öllieferungen an Syrien unter Strafe. 

Iran bestreitet geplante Öllieferung an Syrien

Iran protestierte gegen das Vorgehen der britischen Behörden, bestellte mehrmals den Botschafter ein und forderte, das Schiff sofort weiterfahren zu lassen. Der Oberste Gerichtshof in Gibraltar ordnete jedoch an, dass das Schiff mindestens bis zum 21. Juli nicht wieder auslaufen darf. Der Iran bestreitet, dass die Öllieferung für Syrien bestimmt war, gibt aber auch nicht an, was stattdessen das Ziel des Supertankers gewesen sein soll.

Verschärft wurde der Streit durch einen Zwischenfall mit einem britischen Tanker in der Straße von Hormus am Mittwoch. Britischen Angaben zufolge hatten dort drei iranische Boote versucht, das britische Handelsschiff an der Durchfahrt zu hindern. Eine britische Fregatte zwang sie jedoch zum Abdrehen. Teheran bestreitet jedoch, in den Vorfall verwickelt zu sein.

hf/qu (dpa, afp, rtr)

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