Iraner demonstrieren gegen US-Sanktionen | Aktuell Nahost | DW | 04.11.2018
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Atomkonflikt

Iraner demonstrieren gegen US-Sanktionen

Kurz vor Inkrafttreten neuer US-Sanktionen gehen tausende Iraner auf die Straße, um gegen US-Präsident Donald Trump zu protestieren. Die spontan wirkende Wut ist allerdings staatlich organisiert.

Der Demonstrationstermin stand schon lange fest, nur der Anlass wurde kurzfristig verändert: Mehrere tausend Menschen protestierten in Teheran gegen die USA und verbrannten dabei symbolisch US-Flaggen und Dollar-Scheine. Der Aufmarsch war ursprünglich zum Jahrestag der Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979 durch radikale iranische Studenten gedacht. Zu diesem Anlass fanden regelmäßig staatlich organisierte Kundgebungen statt. Nun aber stand der Protest ganz unter dem Eindruck der neuerlichen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran.

Ab Montag setzen die USA neue Maßnahmen gegen den Iran in Kraft. Sie richten sich in erster Linie gegen die Öl- und Bankenbranche. Nach Angaben aus Washington sollen beispielsweise iranische Banken aus dem internationalen Zahlungsverkehrssystem Swift ausgeschlossen werden.

Iran Mohammad Ali Jafari, Kommandeur der Revolutionsgarde (Tasnim)

Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden: Mohamed-Ali Dschafari

"Unsere Botschaft an diesen komischen US-Präsidenten: Herr Trump, drohe niemals dem Iran", rief Mohamed-Ali Dschafari, Kommandeur der Iranischen Revolutionsgarden den anwesenden Demonstranten zu. Weiter erklärte er, der "Wirtschaftskrieg Washingtons" sei ein neuer Versuch, die islamische Republik zu stürzen. Der Iran werde "diese letzte vom Feind erhobene Waffe" aber bezwingen.

Die USA hatten im Mai ihren Rückzug aus dem Internationalen Atomabkommen von 2015 verkündet. Im August traten erste Sanktionen gegen den Iran in Kraft. Betroffen davon sind auch Unternehmen aus Drittstaaten, die mit dem Iran Geschäfte machen. Allerdings soll es Ausnahmeregelungen für einige Länder geben. EU-Staaten sind nicht darunter.

djo/qu (afp, dpa)

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