Iran zeigt angebliches Spionage-Geständnis von Ahmad-Resa Dschalali | Aktuell Asien | DW | 18.12.2017
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Iran

Iran zeigt angebliches Spionage-Geständnis von Ahmad-Resa Dschalali

Ende Oktober war der international renommierte Mediziner Ahamad-Resa Dschalali im Iran wegen Spionage zum Tode verurteilt worden. Die Vorwürfe hatte er immer zurückgewiesen. Umso überraschender ist nun sein Geständnis.

Das iranische Staatsfernsehen zeigte einen 17-minütigen Beitrag, in dem der 46-Jährige die Vorwürfe der Justiz gegen ihn bestätigte: Er habe ausländischen Geheimdiensten Informationen über zwei iranische Atomforscher ausgehändigt, die später ermordet worden waren. In dem vom iranischen Geheimdienst vorbereiteten Filmbeitrag wird Dschalali (Archivbild) als Verräter und Zuträger des israelischen Geheimdienstes Mossad bezeichnet.

Freiwilliges Geständis?

Geständnisse angeblicher Spione im iranischen Staatsfernsehen sind nicht neu. Ob das Geständnis wird Dschalalis freiwillig zustande kam, lässt sich jedoch nicht nachprüfen. Früher hatte der angesehene Notfallmediziner die gegen ihn erhobenen Spionage-Vorwürfe stets zurückgewiesen und argumentiert, Irans Geheimdienste wollten sich an ihm rächen, weil er während seines Europa-Aufenthalts eine Zusammenarbeit mit ihnen abgelehnt habe.

Belgien Brüssel Protest für Freilassung von Ahmadreza Dschalali (Imago/Zumapress)

Protest für die Freilassung von Ahmadreza Dschalali in Brüssel

Dschalali, der eigentlich in Schweden lebt und in Italien und Belgien gearbeitet hat, war im April 2016 während eines Heimatbesuches verhaftet worden und im Oktober dieses Jahres wegen Spionage zum Tode verurteilt worden. Das Oberste Gericht bestätigte inzwischen das Urteil. Aufgrund des Geständnisses im Fernsehen könnte nach Meinung von Beobachtern zumindest das Todesurteil revidiert werden.

EU-Kommission verfolgt den Fall Dschalali

Laut Amnesty International basiert sein Schuldspruch auf Geständnissen, die durch Drohungen und Folter erzwungen worden seien. Die Europäische Kommission erklärte, sie verfolge sehr eng den Fall Dschalalis, der an der Freien Universität Brüssel lehrte. Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, der Fall sei bei den hochrangigen EU-Gesprächen im Iran vor einigen Wochen thematisiert worden und man sei weiter mit der iranischen Regierung im Gespräch.

In den Jahren 2010 bis 2012 waren im Iran fünf Wissenschaftler bei Bombenanschlägen und bewaffneten Angriffen ums Leben gekommen. Die Islamische Republik warf Israel und den USA vor, hinter den Taten zu stecken. Dschalali wurde vorgehalten, dem Mossad Informationen zugeleitet zu haben, die damals zur Ermordung der beiden iranischen Atomwissenschaftler Madschid Schahriari und Masud Ali Mohammadi durch einen Bombenanschlag geführt hätten.

ww/sam (afp, dpa)

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