Iran will neue Zentrifugen zur Atomanreicherung in Betrieb nehmen | Aktuell Nahost | DW | 09.09.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Atomforschung im Iran

Iran will neue Zentrifugen zur Atomanreicherung in Betrieb nehmen

Nun ist es offiziell: Der Iran hat weitere leistungsstarke Zentrifugen zur Urananreicherung installiert. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat die Angaben aus Teheran bestätigt.

Iranische Atomanlage (picture-alliance/dpa)

Zentrifugen in der iranischen Atomanlage Natans (Archivbild)

Die UN-Organisation in Wien erklärte, ihre Experten hätten am Samstag im Iran gesehen, dass leistungsstärkere Zentrifugen eingebaut worden seien oder derzeit eingebaut würden. Am Wochenende seien die Zentrifugen aber noch nicht in Betrieb genommen worden, teilte der Sprecher der Atomaufsicht Fredrik Dahl mit. Mit dem Schritt verstößt der Iran erneut gegen eine Bestimmung des internationalen Atomabkommens von 2015.

Neuer Zentrifugentypus

Die iranische Atomenergiebehörde hatte zuvor mitgeteilt, sie habe 20 Zentrifugen vom Typ IR-4 und 20 weitere vom Typ IR-6 in Betrieb genommen. Wie die IAEA nun mitteilte, handelt es sich in der Urananreicherungsanlage Natans um 22 Zentrifugen vom Typ IR-4, eine vom Typ IR-5, 30 Zentrifugen der Kategorie IR-6 und drei vom Typ IR-6s. Gemäß dem Atomabkommen darf der Iran zur Urananreicherung nur Zentrifugen vom älteren Typ IR-1 betreiben.

Wie die IAEA weiter mitteilte, hat der Iran zudem seine Absicht erklärt, 164 IR-4-Zentrifugen und 164-IR-2m-Zentrifugen zu Forschungszwecken wieder in Betrieb zu nehmen.

Niedrig angereichertes Uran wird in Kernkraftwerken und Forschungsreaktoren benötigt. Wird es höher angereichert, kann es jedoch auch zum Bau von Atomwaffen verwendet werden.

Druck auf Europäer

Mit dem schrittweisen Rückzug aus der Vereinbarung reagiert Teheran auf den einseitigen Ausstieg der USA im Mai 2018. Zugleich erhöht der Iran damit den Druck auf die Europäer, mehr zur Aufrechterhaltung des Handels zu tun. Teheran hatte den Europäern wiederholt vorgeworfen, ihre Verpflichtungen nicht einzuhalten.

cgn/as (afp, rtre)

Die Redaktion empfiehlt