Iran verweigert Zugang zu Nuklear-Werkstatt | Aktuell Welt | DW | 27.09.2021
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Atomstreit

Iran verweigert Zugang zu Nuklear-Werkstatt

Die Internationale Atomenergiebehörde wirft Iran vor, Zusagen zur Überprüfung seiner Atomanlagen nicht vollständig zu erfüllen. Inspektoren stehen bei einer Werkstatt für Zentrifugen-Komponenten vor verschlossenen Türen.

Iran Uran-Anreicherung IR6 Zentrifugen

Uran-Anreicherung im Iran (Archivbild)

Um das iranische Atomprogramm gibt es weiter Streit. Teheran erfülle seine Zusagen zur Überprüfung seiner Atomanlagen nicht vollständig, heißt es in einem Sonderbericht des Chefs der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi. Laut einem IAEA-Sprecher verweigert der Iran Inspektoren der Atombehörde Zugang zu einer Werkstatt, in der Teile für Zentrifugen zur Uran-Anreicherung hergestellt werden.

Lückenlose Kontrollen: Fehlanzeige

Die IAEA habe zwar die Speicherkarten in ihren Kameras an iranischen Atomanlagen weitgehend tauschen können. Entgegen der Vereinbarung vom 12. September sei das der IAEA in der Werkstatt für Zentrifugenkomponenten in Karadsch aber nicht erlaubt worden. Im Juni war es dort zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem auch IAEA-Kameras schwer beschädigt worden. Iranische Medien sprachen damals von einem missglückten Sabotageakt.

Die Einigung über Kontrollen durch IAEA-Inspektoren vom September hatte dazu geführt, dass der Westen auf eine neue Resolution verzichtete, in dem der Iran im Zusammenhang mit seinem Atomprogramm erneut kritisiert worden wäre. Eine solche Resolution hätte die Wiederaufnahme breiterer Gespräche über eine Wiedereinsetzung des Atomabkommens zwischen dem Iran und dem Westen belasten können.

Österreich Wien | Internationale Atomenergie-Organisation | Rafael Mariano Grossi

Blickt sorgenvoll in den Iran: Rafael Grossi

Der Ausbau der iranischen Anreicherungsanlagen mit immer leistungsfähigeren Zentrifugen bereitet der IAEA und der internationalen Gemeinschaft Sorgen. Das dort verarbeitete Uran hat einen so hohen Reinheitsgrad, dass es relativ schnell zu waffenfähigem Material weiterverarbeitet werden könnte.

Als Reaktion auf den Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen von 2015 ignoriert der Iran seit 2019 die vereinbarten nuklearen Beschränkungen, die die Entwicklung von Atomwaffen erschweren sollten. Die Verhandlungen zur Rettung des Paktes, an denen auch Deutschland beteiligt ist, sind seit Juni unterbrochen, nachdem der Hardliner Ebrahim Raisi zum neuen iranischen Präsidenten gewählt worden war.

Der Iran beteuert stets, er strebe nicht nach Atomwaffen, sondern nutze seine Atomanlagen ausschließlich zivil zur Energiegewinnung.

qu/wa (rtr, dpa, afp)

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