Iran verurteilt mutmaßliche US-Spione | Aktuell Nahost | DW | 22.07.2019
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Iran-Konflikt

Iran verurteilt mutmaßliche US-Spione

Im Konflikt mit den USA setzt der Iran neue Nadelstiche: Teheran will einen CIA-Spionagering aufgedeckt haben. Präsident Donald Trump bestreitet diese Angaben. Und der britische Öltanker wird noch immer festgehalten.

Iran Beschlagnahmung Öltanker Stena Impero (picture-alliance/dpa/H. Shirvani)

Der vom Iran festgesetzte Öltanker Stena Impero

Insgesamt 17 Verdächtige seien festgenommen worden, alle iranische Staatsbürger, berichteten das iranische Staatsfernsehen und die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf das Geheimdienstministerium. Die Spione hätten in sensiblen Bereichen der Sparten Atomenergie, Infrastruktur, Wirtschaft, Militär und Cybertechnologie gearbeitet. Dort hätten sie geheime Informationen gesammelt. Einige von ihnen seien bereits zum Tode verurteilt worden, andere zu langen Haftstrafen.

US-Präsident Donald Trump wies den Bericht als falsch zurück. "Null Wahrheit. Bloß
mehr Lügen und Propaganda", twitterte er.  

Zuvor hatte schon US-Außenminister Mike Pompeo Zweifel an den Angaben des Iran geäußert: "Das iranische Regime hat ein lange Geschichte von Lügen", sagte er dem Sender Fox News. "Ich würde iranische Behauptungen über ihre Aktionen mit Vorsicht
genießen."

Festgefahrener Tanker-Streit

Der Iran hatte schon im Juni die Aufdeckung des Spionagenetzwerks mitgeteilt. Nähere Angaben zur Zahl der Spione oder zu ihren Aktivitäten hatte Teheran damals aber nicht gemacht. Das iranische Fernsehen veröffentlichte nun Aufnahmen, die CIA-Agenten zeigen sollen, die mit den mutmaßlichen Spionen in Kontakt waren. 

Die Erklärung des iranischen Geheimdienstministeriums fällt mitten in die angespannte  Situation am Persischen Golf. Dort setzte der Iran in der vergangenen Woche einen britischen Tanker fest, nachdem die britische Marine Anfang Juli einen iranischen Tanker vor Gibraltar aufgebracht hatte. 

Wegen der Beschlagnahmung des britischen Tankers in der Straße von Hormus kam das britische Krisenkabinett in London zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Dabei wurde erörtert, wie britische Handelsschiffe künftig besser geschützt werden können. Eine Eskorte durch die britische Marine sei dabei aber keine Option, sagte der Sprecher von  Premierministerin Theresa May, James Slack.

Eine Vergeltung?

Der Iran hält den britischen Tanker "Stena Impero" und die 23 Besatzungsmitglieder nach wie vor fest. Das Schiff war am Freitag von den iranischen Revolutionsgarden beschlagnahmt worden, weil es gegen "internationale Schifffahrtsregeln" verstoßen haben und in einen Unfall mit einem Fischerboot verwickelt gewesen sein soll. London und auch die Crew bestreiten das.

Der Vorfall hat die Spannungen Irans mit dem Westen weiter angeheizt. Womöglich ist die Beschlagnahmung eine Vergeltung für die andauernde Festsetzung eines iranischen Tankers im britischen Überseegebiet Gibraltar. Der britische UN-Botschafter Jonathan Allen wandte sich an den Sicherheitsrat in New York und nannte das Vorgehen Teherans in einem Brief an den Vorsitzenden des Gremiums eine "illegale Einmischung". Der in der Meerenge von Hormus aufgebrachte Tanker habe nur sein Recht auf eine Durchfahrt durch eine internationale Schiffspassage wahrgenommen.

UK Iran Krisis | Außenminister Jeremy Hunt (Getty Images/C. J. Ratcliffe)

Was unternimmt die Regierung in London? Außenminister Jeremy Hunt

mm/sti/ml/wa (afp, dpa, rtr, afp)

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