Iran stoppt ausländischen Öltanker | Aktuell Welt | DW | 18.07.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Spannungen im Persischen Golf

Iran stoppt ausländischen Öltanker

Erneut gab es einen Zwischenfall mit einem Öltanker im Persischen Golf. Die Straße von Hormus wird immer mehr zum Schauplatz von Konflikten zwischen dem Iran und westlichen Staaten.

Iranisches Patrouillenboot vor Öltanker in Straße von Hormus (AFP/A.Kenare)

Iranisches Patrouillenboot vor einem Öltanker in der Straße von Hormus (Archivbild)

Der Iran hat nach eigenen Angaben einen ausländischen Öltanker im Persischen Golf gestoppt und die Crew-Mitglieder festgenommen. Die Revolutionsgarden (IRGC) berichteten einem Fernsehbericht zufolge, das Schiff habe eine Million Liter Treibstoff zur Insel Lark im Persischen Golf  schmuggeln wollen. Demnach sei der Tanker bereits am Sonntag in der Meerenge von Hormus festgesetzt worden. Es liefen "rechtliche Verfahren" zu dem Schiff. Als Reaktion auf Berichte über die Festsetzung des Tankers stieg der Ölpreis. 

Seit dem Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran im Mai 2018 und der Verhängung neuer Sanktionen haben die Spannungen in der Golfregion massiv zugenommen. Seit Anfang Mai gab es mehrere Angriffe auf Tanker vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate und im Golf von Oman, für die Washington den Iran verantwortlich machte. Teheran wies jede Verantwortung zurück.

Mutmaßliche Vergeltungstat

Auch in anderen Weltregionen kam es zu Spannungen mit iranischen Öltankern. So wurde Anfang Juli der iranische Öltanker "Grace 1" durch die britische Marine vor Gibraltar festgesetzt. Das Schiff soll nach Syrien unterwegs gewesen sein, was ein Verstoß gegen die europäischen Sanktionen gegen das Land wäre. Die EU stellt seit 2011 Öllieferungen an Syrien unter Strafe. Das Öl in dem Schiff soll aus dem Iran stammen, was wiederum die US-Sanktionen gegen die Islamische Republik verletzen würde.

Die Führung in Teheran hatte wiederholt mit Konsequenzen für die Festsetzung des iranischen Öltankers gedroht. Eine Woche nach dem Aufbringen der "Grace 1" versuchte der Iran nach Darstellung der Regierung in London, den britischen Tanker "British Heritage" in der Straße von Hormus zu blockieren. Der Iran hat das bestritten. Großbritannien hat vom Iran Aufklärung über die jüngste Beschlagnahmung eines Öltankers im
Persischen Golf verlangt. Eine Regierungssprecherin forderte die Islamische Republik zudem auf, zur Deeskalation in der Region beizutragen. 

Auf der Suche nach einem Bündnis

Die Straße von Hormus im Persischen Golf ist einer der wichtigsten Schifffahrtswege weltweit. Ein Fünftel der Erdöltransporte gehen durch diese Meerenge. Die USA wollen ein Bündnis schmieden, um die Schifffahrtsstraße zu sichern. Einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur zufolge sollen US-Vertreter in dieser Woche in Brüssel bei NATO-Partnern um Unterstützung für das Projekt geworben haben. 

Demnach soll es vor allem darum gehen, über eine erhöhte Militärpräsenz in der Region eine bessere Überwachung der Straße von Hormus zu ermöglichen. Allerdings zeigten sich mehrere Länder skeptisch, ob eine erhöhte Präsenz von Kriegsschiffen im Persischen Golf wirklich für mehr Sicherheit sorgen wird. Demnach könnte sich durch die US-Initiative auch das Risiko einer militärischen Auseinandersetzung erhöhen.

lh/sti (rtr, dpa, afp)

Die Redaktion empfiehlt