Iran, Russland und Katar gründen ein Gaskartell | Fokus Nahost | DW | 23.12.2008
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Fokus Nahost

Iran, Russland und Katar gründen ein Gaskartell

Kaum atmen die Verbraucher in den USA und Europa auf, dass der Ölpreis nach seinen Höhenflügen im Sommer endlich wieder sinkt, da droht das nächste Schreckgespenst: Die "Gas-Opec".

Irans Ölminister Gholam Hossein Nozari (m.), mit Gazprom-Chef Alexei Miller (r.) und Katars Energieminister Abdullah bin Hamad Al-Attiya bei ihrem letzten Treffen in Teheran (Foto: AP)

Die neue 'Gas-Troika'?

Teilstück der zukünftigen Ostsee-Gaspipeline von Russland nach Deutschland in Babajew (Foto: dpa)

Der weltgrößte Gaslieferant Russland setzt auf sein starres Pipeline-Netz

Am Dienstag (23.12.2008) treffen sich die führenden 16 Gas exportierenden Länder der Welt in Moskau. Ihr Ziel: Das vergleichsweise bedeutungslose Forum der Gas exportierenden Länder (GECF) soll zu einer mächtigeren Organisation nach dem Vorbild der OPEC ausgebaut werden. Die treibenden Kräfte dahinter sind Russland, Iran und Katar, die gemeinsam über 60 Prozent der weltweit lagernden Gas-Vorkommen verfügen. An dem Treffen sollen zudem Algerien, Bolivien, Brunei, Ägypten, Indonesien, Libyen, Malaysia, Nigeria, Trinidad & Tobago, die Vereinigten Arabischen Emirate und Venezuela teilnehmen. Als Staaten mit Beobachter-Status sind Norwegen und Äquatorial-Guinea dabei.

In Europa und den USA sorgt man sich bereits, dass diese neue Organisation die Preise manipulieren und die weltweite Energieversorgung gefährden könne. Russlands stellvertretender Energieminister Anatoli Ianowski wies solche Vorwürfe zurück: "Niemand plant eine Regulierung beim Volumen der Gasproduktion. Das ist eine verrückte Idee", sagte er.

Flagge Iran Russland und Katar (Quelle: DW)

Die Pläne einer 'Gas-OPEC' lösten bei der EU und den USA für Besorgnis

Dagegen spricht aber auch die Heterogenität der Mitglieder: So vertraut der weltgrößte Gaslieferant Russland vor allem auf sein starres Pipeline-Netz. Katar strebt an, weltgrößter Lieferant von Flüssig-Gas zu werden, das per Schiff transportiert wird, während Iran wiederum derzeit sogar Erdgas importieren muss. Gründe sind der Mangel an Investitionen in die Gaswirtschaft des Landes und eine boomende inländische Nachfrage. Deshalb bezweifeln Experten, dass auf dem Gasmarkt künstliche Verknappung und Preistreiberei ähnlich wie auf dem Ölmarkt möglich sein werden. Außerdem sind die Lieferverträge für Gas in der Regel über lange Zeiträume geschlossen, während sich der Ölpreis ständig ändert. Öl kann theoretisch an jeden Punkt der Erde geliefert werden, bei Gas ist die Infrastruktur für den Transport kostenintensiver, daher sind die Erdgas-Märkte regional konzentriert.

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  • Datum 23.12.2008
  • Autorin/Autor Benjamin Braden
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  • Permalink https://p.dw.com/p/GLJG
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