Iran lässt Menschenrechtsaktivistin Sotudeh frei | Aktuell Asien | DW | 18.09.2013
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Aktuell Asien

Iran lässt Menschenrechtsaktivistin Sotudeh frei

Nach drei Jahren Haft ist Irans prominente Anwältin Nasrin Sotudeh wieder auf freiem Fuß. Ursprünglich war sie zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zeigt sich auch hier der neue Führungsstil von Präsident Rohani?

Die Freilassung durch die Justiz kam völlig überraschend, wie Nasrin Sotudehs Ehemann Resa Chandan der Nachrichtenagentur Associated Press mitteilte. Behördenvertreter hätten seine Frau nach Hause gebracht und ihr erklärt, sie sei begnadigt worden und nun frei. In einer ersten Stellungnahme erklärte die 49-Jährige, sie werde sich auch künftig für die Menschenrechte einsetzen.

Weitere Oppositionelle kommen frei

Die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete, neben Sotudeh seien auch diverse andere Gefangene freigekommen, die nach den Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Jahr 2009 hinter Gitter gelandet waren.

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Iranische Dissidenten in Abwesenheit geehrt (12.12.2012)

Aus der Haft entlassen wurde nach übereinstimmenden Berichten Mohsen Aminsadeh. Er war unter der Präsidentschaft des Reformers Mohammed Chatami (1997-2005) stellvertretender Außenminister. Auf freien Fuß kam danach auch der frühere Vize-Handelsminister Fejsollah Aran Sorchim.

Seit der Amtsübernahme des neuen Präsidenten Hassan Rohani im August kommen aus dem Mullah-Land deutlich moderatere Töne. Rohani hatte sich bereits im Wahlkampf für die Freilassung aller politischen Gefangenen und für Meinungsfreiheit eingesetzt.

"Angriffe auf die nationale Sicherheit"

Die Menschenrechtlerin Sotudeh und Mutter zweier Kinder war im September 2010 verhaftet und Anfang 2011 wegen angeblicher Propaganda gegen das Establishment und "Angriffen auf die nationale Sicherheit" zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem wurde ein 20-jähriges Berufsverbot ausgesprochen. Besuch im Gefängnis durfte sie nur hinter einer Glasscheibe empfangen. Ihrem Mann wurde verboten, den Iran zu verlassen.

Vor ihrer Verhaftung war die 49-jährige Anwältin für viele Oppositionelle die letzte Hoffnung. Zuletzt verteidigte sie vor Gericht die Rechte etlicher Aktivisten, die nach der umstrittenen Präsidentenwahl inhaftiert worden waren. Sotudeh kämpfte auch für die Rechte iranischer Frauen und setzte sich offen für minderjährige Straftäter in Todeszellen ein.

Für ihr unerschrockenes Engagement für die Achtung der Menschenrechte und gegen Unterdrückung war Sotudeh im vergangenen Dezember zusammen mit dem iranischen Filmemacher Jafar Panahi vom Europaparlament mit dem Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit ausgezeichnet worden.

se/wl (ape, dpa, afp)

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