Iran gibt dem US-Präsidenten Kontra | Aktuell Welt | DW | 24.07.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Schlagabtausch

Iran gibt dem US-Präsidenten Kontra

Die wechselseitigen Drohungen zwischen den USA und dem Iran gehen in eine neue Runde. Als Reaktion auf eine Twitter-Botschaft von Donald Trump nutzte Irans Außenminister dasselbe Medium - ebenfalls mit deutlichen Worten.

Mohammed Dschawad Sarif in Berlin / Archiv (picture-alliance/dpa/W. Kumm)

Mohammed Dschawad Sarif (Archivbild)

Sein Land lasse sich von dem "Gepolter" von US-Präsident Donald Trump nicht beeindrucken, erklärte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Den Iran gebe es seit Jahrtausenden und er habe den Untergang von Imperien gesehen, schrieb Sarif über den Kurzbotschaftendienst Twitter. Wortgleich wie zuvor Trump - und ebenfalls in Großbuchstaben - fügte Sarif eine Warnung hinzu: "SEI VORSICHTIG".

Zuvor hatte Trump via Twitter den Ton gegenüber der Islamischen Republik deutlich verschärft. "Drohen Sie den USA nie, nie wieder oder Sie werden Konsequenzen erleiden, wie sie im Laufe der Geschichte nur wenige jemals zuvor erlitten haben", so Trump in einer an Irans Staatschef Hassan Rohani gerichteten Botschaft.

Trump hatte seinerseits mit seinem in Großbuchstaben verfassten Tweet - was in sozialen Netzwerken als lautes Schreien gilt - auf Kommentare Rohanis reagiert, der am Sonntag die Drohung ausgestoßen hatte: "Amerika sollte wissen, Frieden mit dem Iran ist die Mutter jeden Friedens - und Krieg mit dem Iran ist die Mutter aller Kriege", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Irna den Staatschef.

Trumps Feindbild Iran

Hintergrund des Schlagabtauschs ist der einseitige Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran - gegen den Willen der Mitunterzeichner, darunter Deutschland. Die 2015 erzielte Vereinbarung soll die Islamische Republik am Bau von Atombomben hindern. Die Führung in Teheran hatte sich im Gegenzug für wirtschaftliche Lockerungen und mehr Investitionen ausländischer Unternehmen dazu bereit erklärt, ihr Atomprogramm aufzugeben und sich Kontrollen zu unterwerfen.

Ausgesetzte Sanktionen will Trumps Regierung nun aber wieder in Kraft setzen. Sollte es den USA gelingen, die iranischen Öl-Exporte massiv zu beschränken, würde das Land in eine schwere Krise stürzen. Rund 70 bis 80 Prozent aller Exporterlöse des Irans stammen aus dem Erdölsektor.

wa/ust (rtr, dpa, afp)

Die Redaktion empfiehlt